Islamrat bestreitet «Idomeneo»-Einigung
Die Deutsche Oper hatte die moderne Inszenierung des Mozart-Werkes abgesetzt, weil die Polizei vor islamistischen Störungen warnte. Im Epilog der Aufführung präsentiert die Hauptfigur die abgeschlagenen Köpfe von Poseidon, Jesus, Buddha und des islamischen Propheten Mohammed.
Schäuble hatte nach der ersten deutschen Islamkonferenz am Mittwoch gesagt, dass sich alle Konferenzteilnehmer «sehr freuen» würden, wenn die Deutsche Oper in Berlin ihre abgesetzte Mozart-Oper «Idomeneo» wieder auf den Spielplan setze. Die Konferenzteilnehmer würden die Aufführung gern gemeinsam besuchen.
Kizilkaya räumte ein, dass er den Vorschlag auf der Konferenz nicht ausdrücklich abgelehnt habe. Das Thema sei «erst ganz am Schluss der Veranstaltung» zur Sprache gekommen, da habe es «nicht die Möglichkeit zu diskutieren» gegeben.
Zwar hält es Kizilkaya nach eigenen Worten für falsch, dass die Oper aus Angst vor Anschlägen abgesetzt worden sei. Von einem einstimmigen Beschluss der Islamkonferenz zum gemeinsamen Opernbesuch könne jedoch keine Rede sein, «auch wenn der Minister das gerne so hätte». (nz)
