28. Sep 2006 19:26
Der Vorsitzende des Islamrats in Deutschland lehnt es ab, sich die umstrittene Inszenierung der Mozart-Oper «Idomeneo» anzusehen. Er bestreitet, dass es auf der Islamkonferenz eine Einigung gab.
«Das muss ich mir nicht antun», sagte Kizilkaya der «tageszeitung» am Donnerstag. Es sei für ihn «nicht zumutbar, eine Szene anzusehen, in der dem Propheten der Kopf abgeschlagen wird.» Die Deutsche Oper hatte die moderne Inszenierung des Mozart-Werkes abgesetzt, weil die Polizei vor islamistischen Störungen warnte. Im Epilog der Aufführung präsentiert die Hauptfigur die abgeschlagenen Köpfe von Poseidon, Jesus, Buddha und des islamischen Propheten Mohammed.
Schäuble hatte nach der ersten deutschen Islamkonferenz am Mittwoch gesagt, dass sich alle Konferenzteilnehmer «sehr freuen» würden, wenn die Deutsche Oper in Berlin ihre abgesetzte Mozart-Oper «Idomeneo» wieder auf den Spielplan setze. Die Konferenzteilnehmer würden die Aufführung gern gemeinsam besuchen.
Kizilkaya räumte ein, dass er den Vorschlag auf der Konferenz nicht ausdrücklich abgelehnt habe. Das Thema sei «erst ganz am Schluss der Veranstaltung» zur Sprache gekommen, da habe es «nicht die Möglichkeit zu diskutieren» gegeben.
Zwar hält es Kizilkaya nach eigenen Worten für falsch, dass die Oper aus Angst vor Anschlägen abgesetzt worden sei. Von einem einstimmigen Beschluss der Islamkonferenz zum gemeinsamen Opernbesuch könne jedoch keine Rede sein, «auch wenn der Minister das gerne so hätte». (nz)