netzeitung.de«Idomeneo» vor allem riskant für Opern-Leitung

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Kirsten Harms (Quelle: Deutsche Presse-Agentur GmbH)

Lupe Kirsten Harms
Quelle: Deutsche Presse-Agentur GmbH

Die Warnung des Landeskriminalamtes an die Deutsche Oper in Berlin liegt nun im Wortlaut vor. Eine Aufführung hätte «schwer abschätzbare Folgen» und sei vor allem für die Verantwortlichen riskant.

Eine Aufführung der Oper «Idomeneo» an der Deutschen Oper in Berlin könne «eine Gefährdungslage mit schwer abzuschätzenden Folgen für die öffentliche Sicherheit und Ordnung» bedeuten, die allerdings durch die unaufdringliche Werbung gemindert werde. So steht es laut «Süddeutscher Zeitung» wörtlich in der Warnung des Berliner Landeskriminalamtes.

Der Text im Wortlaut:
Nach Einschätzung des LKA5 könnte die Aufführung eine Gefährdungslage mit schwer abzuschätzenden Folgen für die öffentliche Sicherheit und Ordnung zur Folge haben. Die derzeitige weltweite Lage ist gekennzeichnet von einer verbreiteten Ablehnung der westlichen Ideologie durch Teile der muslimischen Weltbevölkerung.

Dazu tragen unter anderem militärische Aktionen in verschiedenen muslimisch geprägten Ländern bei, die von fundamentalistischen Vertretern des Islam als Angriff gegen ihre Religion gedeutet werden. Aufrufe zur Gegenwehr lösen zum Teil bei «geringfügigen Anlässen» erhebliche Reaktionen aus (Mohammed-Karikaturen-Streit).

Gemäß einer islamwissenschaftlich gestützten Bewertung des BKA ist nach islamischer Auffassung die Abbildung des Propheten Mohammed streng untersagt. Die Neuenfels-Inszenierung könnte in muslimischen Kreisen zu Assoziationen mit existenten Enthauptungsvideos der militanten irakischen Islamisten führen. Dies könnte als Aufruf zur Enthauptung des Propheten Mohammed bzw. zur Vernichtung des Islam verstanden werden. (...)

Der bereits durch die Verantwortlichen der Deutschen Oper Berlin zugesagte Verzicht der Abbildung des Propheten Mohammed auf Plakaten zur Veranstaltung und Internethinweisen wirkt gefährdungsmindernd. Die Aufführung kann aber bei entsprechender überregionaler Thematisierung in der Presse zu Auswirkungen auf die Verantwortlichen der Aufführung (...) führen.

Bislang liegen dem LKA5 keine Erkenntnisse vor, wonach die Form der Aufführung bereits in der islamischen Welt bekannt geworden ist. Auch in der Deutschen Oper Berlin gibt es derzeit keine Flyer oder Plakate, aus denen Rückschlüsse auf die besondere Dramaturgie des Stückes zu ziehen wären. (...) Sollte an einer Aufführung in der beschriebenen Form festgehalten werden, steht das LKA5 für Sicherheitsgespräche mit den betroffenen Mitarbeitern der Deutschen Oper Berlin zur Verfügung. (nz)