13.09.2006
Herausgeber: netzeitung.de
Peter Handke
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Quelle: NZ Netzeitung GmbH
Peter Handke, der selbst heftig wegen seines proserbischen Engagements angegriffen wurde, hat sich kritisch über Günter Grass geäußert. Dessen Outing sei «böser, selbstgerechter Formalismus».
Der österreichische Schriftsteller Peter Handke nennt seinen Kollegen Günter Grass nach dessen spätem Eingeständnis, der Waffen-SS angehört zu haben, «eine Schande für das Schriftstellertum». Der österreichischen Info-Illustrierten «News» sagte Handke am Donnerstag: «Ich finde vor allem die Sprache, mit der er das betreibt, völlig verfehlt. Bei ihm kommt nichts von innen.»
Handke, der selbst wegen seines Engagements für Serbien und seine Rede zum Begräbnis des ehemaligen Diktators Slobodan Milosevic heftig von Kollegen und den Medien angegriffen worden war, kritisiert weiter: «Sogar sein Outing, wie man das heute nennt, ist so selbstgerecht wie er seit 50 Jahren: böser, selbstgerechter Formalismus.»
«Grundböse Ideologie»Der 63-jährige in Paris lebende Autor zweifelt zudem Grass' angebliche Unkenntnis an: «Die Ausrede, dass man mit 17 nichts weiß, ist eine der schlimmsten. (...) Das Nazitum, ob es in Danzig war oder nicht, hat ein Volk zum Feind des Erdenlebens erklärt, und das waren die Juden. Sogar ein Zwölfjähriger muss spüren: Wenn ein anderes Volk als schlecht hingestellt wird, ist diese Ideologie grundböse.»
Grass habe das «gewusst und nicht demgemäß gehandelt. Das ist ein ewiger Makel eines empörenden Menschen.» (nz)