netzeitung.deGünter Grass für Ausstellung über Arno Breker

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Diese Skulptur Brekers wurde von Hitler in Auftrag gegeben (Foto: dpa<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Diese Skulptur Brekers wurde von Hitler in Auftrag gegeben
Foto: dpa
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Günter Grass befürwortet die geplante Ausstellung über Arno Breker in Schwerin: Ein «im demokratischen Sinn» erwachsenes Publikum könne sich auch mit der Kunst aus der Nazi-Zeit auseinandersetzen, meint der Literatur-Nobelpreisträger.

Literatur-Nobelpreisträger Günter Grass hat sich für die in Schwerin geplante umstrittene Ausstellung von Werken des Bildhauers Arno Breker ausgesprochen. Die Ausstellung könne einen Beitrag zur Aufarbeitung deutscher Geschichte leisten, sagte Grass am Donnerstag in Lübeck der Nachrichtenagentur dpa.

Wenn sie das gesamte Schaffen des bei vielen als Günstling der Nationalsozialisten geltenden Breker (1900-1991) dokumentiere, könne sie seine Verführbarkeit und seinen Opportunismus anschaulich machen und insofern aufklären und informieren. Kritiker bemängeln an den Versuchen, Brekers Kunst zu rehabilitieren, die Trennung zwischen Politik und Ästhetik. Dabei habe die Kunst und insbesondere die Bildhauerei eine wichtige Rolle in der Kulturpolitik der Nationalsozialisten gespielt.

«Durchaus Talent»
«Breker hatte durchaus Talent, das lässt sich aus seinen Anfängen heraus beweisen. Er hat sich aber von den Nationalsozialisten korrumpieren lassen, wie viele andere Künstler und Intellektuelle auch – etwa Gottfried Benn, Wilhelm Furtwängler oder Martin Heidegger. Wir fragen uns heute, warum sie das taten. Die Ausstellung, wenn sie dokumentarisch und informativ gestaltet ist, kann Antwort auf diese Frage geben», argumentierte Grass. Brekers Arbeiten - zumindest die aus der Zeit bis 1936 - unterschieden sich in ihrer künstlerischen Qualität nicht von denen anderer konservativer Bildhauer jener Zeit.

Die geplante Ausstellung im Schleswig-Holstein-Haus in Schwerin hat schon vor ihrer für Freitag geplanten Eröffnung für heftige Diskussionen gesorgt. So sagte der Präsident der Akademie der Künste, Klaus Staeck, eine für 2007 angebotene Schau eigener Werke mit Verweis auf Brekers Vergangenheit ab. Er habe den «Verdacht, dass in Schwerin in Wahrheit an der Rehabilitation Brekers gearbeitet wird», warnte Staeck.

«Mir liegen die Texte für das Begleitbuch zur Ausstellung vor. Darin sehe ich nicht den Ansatz einer Verherrlichung», sagte dagegen Grass. Er forderte eine Auseinandersetzung auch mit der Kunst aus der Zeit zwischen 1933 und 1945: «Ich gehe davon aus, dass das zu erwartende Publikum im demokratischen Sinn erwachsen genug ist, damit umzugehen.» (nz)