Schriftsteller Robert Gernhardt gestorben
Gernhardt, der 1937 als Sohn eines Richters in Reval geboren, wurde für sein Werk vielfach ausgezeichnet. Zusammen mit F.W. Bernstein, F.K. Waechter, Chlodwig Poth, Eckhard Henscheid, Bernd Eilert, Peter Knorr und Hans Traxler ist er einer der Gründer der «Neuen Frankfurter Schule», die mit ihren satirischen Beiträgen die deutsche Gegenwartssprache stark geprägt und stilbildend gewirkt hat.
Nach Abschluss seiner Schulausbildung 1956 studierte Gernhardt Malerei und Germanistik in Stuttgart und Berlin. Mitte der Sechziger war Gernhardt als Redakteur der Satirezeitschrift «Pardon». In den Achtzigern arbeitete Gernhardt als Texter für den Komiker Otto Waalkes und für das Satiremagazin «Titanic». Später wurde der Karikaturist und Romancier auch als Lyriker bekannt.
Der Chefredakteur von «Titanic», Thomas Gsella, würdigte Gernhardt als einen großen Künstler, der «die Komik um viele neue Formen bereichert» habe. «Er war einer der klügsten, vielseitigsten und erfindungsreichsten Schriftsteller, Dichter und Maler in Deutschland, wenn nicht in Europa», sagte er der dpa am Freitag. (nz)

