07.06.2006
Herausgeber: netzeitung.de
Iranischen Studenten passt NPD-Solidarität nicht
Eine Gruppe iranischer Studenten in Deutschland will sich nicht von der NPD vereinnahmen lassen: Auf Solidarität von Leuten, die den Holocaust verharmlosen, können sie verzichten.
Die «Iranische Kampagne gegen die NPD» hat einen offenen Protestbrief an die rechtsextremistische NPD verfasst und sich Solidaritätsbekundungen mit Iran verbeten. Das sagte ein Mitglied der Kampagne der Netzeitung. Die NPD hatte angekündigt, während der Fußball-WM 2006 solidarische Aktionen für Iran und seine Nationalmannschaft veranstalten zu wollen.
In dem Brief heißt es: «Unser Land und unsere Nationalmannschaft brauchen keine Unterstützung von einer rechten Partei wie Ihrer. Wir sind geschichtsbewusste Menschen, die sich der Verbrechen der Nationalsozialisten im Zweiten Weltkrieg bewusst sind und diese absolut verurteilen.»
Die Kampagne widersetze sich jedem Versuch, als Verbündete einer Partei beansprucht zu werden, «die den Holocaust verharmlost und sich nicht entschieden gegen Antisemitismus und Ausländerfeindlichkeit ausspricht, sondern diese duldet oder gar fördert».
Neonazis schaden IranDie Gruppe iranischer Studenten in Deutschland forderte außerdem den iranischen Botschafter, Mohammad Mehdi Akhundzadeh, auf, gegen Solidaritätsbekundungen durch die NPD offiziell zu protestieren.
Allein die Nachricht über das Vorhaben der Neonazis, die iranische Nationalmannschaft zu unterstützen, habe dem Ansehen der Iraner bereits Schaden zugefügt. Die Partei treibe eine rassistische, ausländerfeindliche, antisemitische und antimuslimische Politik.
Es sei abzusehen, dass Neonazis die iranische Flagge auf den Straßen und in den Stadien Deutschlands zeigen würden. Daher sei es notwendig, die Abneigung aller Iraner rassistischen Gruppierungen gegenüber öffentlich zu machen. (nz)