10. Apr 2006 14:56
In Sachsen-Anhalt stoßen Archäologen auf einen etwa 2500 Jahre alten Grabschmuck und lernen daraus. Denn die Kelten, die diesen Schmuck einst trugen, lebten viel weiter südlich.
Ein außergewöhnlicher Fund ist deutschen Archäologen in der Nähe des Ortes Obhausen in Sachsen-Anhalt geglückt. Der dort entdeckte Grabschmuck aus Bronze ist in Deutschland eine absolute Seltenheit. «So etwas habe ich bislang nur zwei, drei Mal gesehen. Die Stücke sind etwa 2300 bis 2600 Jahre alt» sagte der Archäologe Veit Dresely am Montag.Die Funde, die aus zwei völlig erhaltenen Gräbern geborgen wurden, seien sehr gut erhalten. Es handele sich dabei um eine Haarnadel, einen Halsring und eine Spange. Das Team war auf diese Stücke bei der Untersuchung eines Gräberfeldes aus der Eiszeit gestoßen, das sich in der Nähe eines 4400 Jahren alten Grabhügels befindet. Die bronzene Spange wurde einst genutzt, um ein Gewand zusammenzuhalten und von Kelten getragen.
Die Tatsache, dass Kelten zu dieser Zeit aber im heutigen Bayern und Böhmen lebten, belegt, so Dresely, ihre Handelskontakte mit der mitteldeutschen Bevölkerung: «Die Tradition setzte sich bis weit in die römische Zeit fort. Mitteldeutschland war aufgrund der guten Böden, der Salzvorkommen und der zentralen Handelswege über Jahrtausende hinweg ein beliebtes Siedlungsareal für Menschen unterschiedlicher Kulturen.» (nz)