Opernsängerin Moffo gestorben
Die Opernsängerin Anna Moffo, die in den 50er und 60er Jahren auf den Weltbühnen gefeiert wurde, ist am Freitag in New York gestorben. Das teilte die Metropolitan Opera in New York mit. Das Grove-Musiklexikon nennt als Alter der Sopranistin 73 Jahre. Zu ihrem Geburtsjahr gibt es jedoch unterschiedliche Angaben.
Nach einem Studium in den USA kam Moffo Anfang der 50er Jahre nach Italien, von wo ihre Familie stammte. Dort schaffte sie den Durchbruch auf der Bühne von Spoleto und in einer Fernsehproduktion von Giacomo Puccinis «Madame Butterfly», bei der ihr künftiger Ehemann Mario Lanfranchi Regie führte. 1956 sang sie in Aix-en-Provence, ein Jahr später in Mailand, Salzburg, Wien, London und Paris.
Ab 1957 feierte Moffo auch in den USA ihre ersten großen Erfolge. Dort gab sie zunächst die Mimi in Puccinis «La Bohème» in Chicago und debütierte zwei Jahre später an der Metropolitan Opera als Violetta in Giuseppe Verdis «La Traviata». Ein Kritiker der «New York Times» beschrieb ihre Stimme damals als lieblich, aber noch nicht ganz ausgereift. Er lobte die Sängerin als «eine der schönsten Frauen, die je der Bühne eines Opernhauses die Ehre gaben».
Fast zwei Jahrzehnte blieb sie der Met treu, war aber auch in Filmen zu sehen. Mehrere ihrer klassischen Alben waren für den Grammy nominiert. In den 70er Jahren ließ Moffos Stimme jedoch zunehmend nach. Ein Kritiker schrieb von einem «ernsthaftem Verfall» der Stimme. Die Diva, die auch mit ihrem Glamour-Look Furore machte, musste ihre Karriere schon mit rund 40 Jahren beenden.
Ihren letzten regulären Auftritt an der Met hatte Moffo 1976, zuletzt sang sie 1983 bei einer Gala in dem Opernhaus. Ihre Ehe mit Lafranchi wurde geschieden, in zweiter Ehe lebte sie mit Robert Sarnoff zusammen, dem ehemaligen Chef des Fernsehsenders NBC. (AP)

