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Lupe "Lohengrin" auf dem Kinderspielplatz

Ein banales Bühnenbild hat dem Publikum in der Wiener Staatsoper die Lust an Wagners «Lohengrin» verdorben. Regisseur Barroe Kosky wurde kräftig ausgebuht.

Von George Jahn

Nach fünf Stunden «Lohengrin» war das Urteil des Publikums in der Wiener Staatsoper eindeutig: «Bravi»-Rufe für Solisten, Chor, Orchester und Dirigent, aber Buhrufe für Regisseur Barrie Kosky.

Dabei war die Premiere der Wagner-Inszenierung am Samstagabend eigentlich gar nicht kontrovers. Für den größten Teil des Publikums war sie nur weit schlimmer als das, nämlich irrelevant.

Vor allem im zweiten Akt war das Bühnenbild an Banalität kaum zu überbieten. Kosky stellte Ortrud und ihren Mann Friedrich von Telramund auf einen Kinderspielplatz, so dass die Wagnersche Idee vom Gesamtkunstwerk kaum eine Chance hatte.

Soile Isokoski überzeugte als «Elsa»
Den Opernbesuchern blieb nicht viel anderes übrig, als sich auf die Musik zu konzentrieren. Unter der Leitung von Semyon Bychkov webte das Orchester der Staatsoper einen mal lebhaften, mal majestätischen oder bebenden Klangteppich, über dem die Solisten ihre Stimmen zur Geltung brachten.

Besonders intensiv wirkte die finnische Sopranistin Soile Isokoski in der Rolle von Elsa. Bei ihr hätte Wagner vielleicht auch die Idee des Regisseurs gefallen, Elsa als Blinde darzustellen. Schließlich lässt sie sich weitgehend von ihrer inneren Stimme leiten, und als Blinde musste sie die unpassende Szenerie der Inszenierung nicht mitansehen. (AP)