Letzter Walzer vor dem Palast der Republik
Die Initiative, die außerdem mit «Todestrommeln», einem «letzten Walzer» und mehreren Partys für den Erhalt des Palastes eintritt, bezeichnet sich als unabhängig von politischen Parteien und staatlicher Förderung. Ihr Ziel ist es, den Palast weiterhin für Kulturveranstaltungen zu nutzen, bis eine dauerhafte «realistische Konzeption» für die Zukunft entwickelt worden sei.
Wie Bruno Flierl, der Architekturgeschichtler und Vater des amtierenden Berliner Kultursenators Thomas Flierl (Linkspartei) ist, am Dienstag auf einer Pressekonferenz sagte, seien alle Vorraussetzungen, die im Jahr 2002 im Bundestag zu der Entscheidung geführt hätten, das Schloss wieder zu errichten, mittlerweile nicht mehr gegeben.
Anderer Meinung ist der Bundesbauminister Manfred Stolpe (SPD. Er hatte im Sommer einen Aufschub des Abrisses abgelehnt und stattdessen eine Machbarkeitsstudie für den Neubau mit einer Rekonstruktion der historischen Barockfassade vorgelegt.
Stolpes Sprecher bestätigte nun noch einmal die Haltung des Ministers: «Damit sind wir endlich auf einem guten Weg, diesen Schandfleck im Herzen Berlins zu beseitigen ... Die Bundesregierung treibt die Arbeiten voran, und dazu gehört auch der baldige Abriss.» Es liegen, wie bekannt wurde, bereits die Angebote von 15 Abrissfirmen vor, die für einen möglichen Abriss im Januar in Frage kämen. (nz)

