13.10.2005
Herausgeber: netzeitung.de
Ehrendoktorwürde für Mario Vargas Llosa (r.)
Quelle: Deutsche Presse-Agentur GmbH
Der «Tod in den Anden» hat ihn weltberühmt gemacht: Für seine Verdienste um die Literatur würdigte die Berliner Humboldt-Universität den Schriftsteller Vargas Llosa mit einem besonderen Titel.
Der peruanische Schriftsteller Mario Vargas Llosa hat die Ehrendoktorwürde der Berliner Humboldt-Universität erhalten. Die Laudatoren würdigten den 69-Jährigen als engagierten, authentischen und provokanten Autor, der sich um die Verbreitung der spanischen Sprache und Literatur in der Welt verdient gemacht habe. Vargas Llosa («Tod in den Anden») habe «mit Lust am Text» in gleicher Weise in der Literaturwissenschaft Zeichen gesetzt, sagte am Donnerstag Ottmar Ette von der Universität Potsdam.
Das Berliner Cervantes-Institut hob die Unabhängigkeit des bedeutenden lateinamerikanischen Schriftstellers hervor, der sich auch gern in politische oder gesellschaftliche Debatten einmische. Vargas Llosa zeichne dabei eine «mächtige Menschlichkeit» aus. Er sei ein Mann, der auf sein Recht auf Widerspruch poche.
Vargas Llosa dankte für die Berliner Ehrung. Er sei mit ganzer Seele Lateinamerikaner, der sich in Europa jedoch ebenso zu Hause fühlte, sagte er. Der Reichtum Lateinamerikas sei es, so vieles gleichzeitig zu sein, ergänzte er. Es mischten sich spanische, portugiesische, indianische und afrikanische Wurzeln. Diese kulturelle Vielfalt dürfe auf keinen Fall aufgegeben werden. Lateinamerika habe die Einflüsse der westlichen Kulturen aufgenommen, aber niemals bloß kopiert. Trotz Barbarei, «dummen Machismos», Nationalismus und Provinzialismus seien die lateinamerikanischen Staaten auch reich an Philosophie, Literatur und Kunst.
Der Autor hat seit Jahren eine intensive Beziehung zu Berlin. Er hat hier unter anderem geforscht und geschrieben. Die Bibliothek des Cervantes-Instituts trägt heute seinen Namen. (nz)