08. Sep 2005 15:29
Der israelische Schriftsteller Aharon Appelfeld wird mit dem Nelly-Sachs-Preis ausgezeichnet. Die Jury hob seinen Einsatz für Toleranz und Versöhnung hervor.
Der Nelly-Sachs-Preis der Stadt Dortmund geht in diesem Jahr an den israelischen Schriftsteller Aharon Appelfeld. Der mit 15.000 Euro dotierte Preis soll dem 73-jährigen Autor am vierten Dezember in Dortmund überreicht werden. Appelfeld hat bereits angekündigt, mit seiner Frau zu dieser Zeremonie anzureisen. Appelfeld, der das einzige Kind einer jüdischen Familie aus der rumänischen Bukowina ist, hat bereits mit drei Jahren die deutsche Sprache erlernt, obwohl in seinem Umfeld sonst nur jiddisch und ukrainisch gesprochen wurde. 1941 deportierten die Deutschen den neunjährigen Appelfeld und seinen Vater in die Ukraine. Nachdem ihm über Jugoslawien die Flucht nach Neapel gelungen war, reiste Appelfeld 1946 nach Palästina aus.
Als Professor für hebräische Literatur lehrt Appelfeld heute an der Ben-Gurion-Universität in Beer Scheba. In seinen Romanen geht es ihm vor allem um das Leben jüdischer Menschen in einer multikulturellen Gesellschaft. Zahlreiche Werke Appelfelds sind ins Deutsche übersetzt worden, zuletzt «Geschichte eines Lebens», das vor einem Jahr erschien. Wie die dpa meldete, würdigte die Jury des Nelly-Sachs-Preises den Autor für seinen Einsatz für Toleranz und Versöhnung. Seine Arbeit sei ein «Appell für Menschlichkeit und Humanität». (nz)