13.06.2005
Herausgeber: netzeitung.de
Preisträger Sloterdijk
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Die Deutsche Akademie für Sprache und Dichtung verleiht ihren diesjährigen Sigmund-Freud-Preis an den Philosophen Peter Sloterdijk. Die Auszeichung ist mit 12.500 Euro dotiert.
Von Rebecca MaskosDer Philosoph Peter Sloterdijk erhält den Sigmund-Freund-Preis 2005. Der Preis wird am 5. November gemeinsam mit dem Georg-Büchner-Preis in Darmstadt verliehen, wie die Deutsche Akademie für Sprache und Dichtung am Montag mitteilte.
Der 1947 in Karlsruhe geborene Sloterdijk ist seit fünf Jahren Rektor der Staatlichen Hochschule für Gestaltung in seiner Heimatstadt. Dort lehrt er Philosophie und Ästhetik. Einige seiner in den letzten 25 Jahren veröffentlichten Schriften stellen konventionelle humanistische Werte in Frage, so beispielsweise seine «Kritik der zynischen Vernunft», die Trilogie «Sphären», oder seine zuletzt veröffentlichte Globalisierungskritik «Im Weltinnenraum des Kapitals».
Provokation «Menschenpark»Bundesweit Furore machte Sloterdijk 1999 mit seiner These über das Ende des Humanismus: Angesichts der Potenziale der Biowissenschaften solle gezielt «der freie Mensch» gezüchtet und damit die Idee der Aufklärung vollendet werden. Kritiker warfen Sloterdijk in der anschießenden «Menschenpark»-Debatte Rassismus, Machtphantasien und wissenschaftliche Stümperei vor.
Die 1949 in Frankfurt am Main gegründete Deutsche Akademie für Sprache und Dichtung hat sich zum Ziel gesetzt, die deutschen Sprache im In- und Ausland zu pflegen und zu verbreiten. Den Sigmund-Freud-Preis vergibt sie seit 1964 für wissenschaftliche Prosa, daneben verleiht sie unter anderem den Georg-Büchner-Preis und den Johann-Merck-Preis.