Deutscher Buchpreis:
Ein neuer Preis für den besten deutschen Roman
01.10.2004
Herausgeber: netzeitung.de
Im selben Jahr wandte sich Tom Maschler, der als Herausgeber beim Verlagshaus Jonathan Cape tätig war, an das Management von Booker: Das Unternehmen sollte einen kleinen Teil seiner Profite in einen neu zu schaffenden Literaturpreis stecken, der sich am französischen Prix Goncourt orientieren würde. Er sollte jährlich an den besten Roman aus dem Commonwealth vergeben werden. Der erste Booker Preis ging schon 1969 an «Something To Answer For» von P. H. Newby. Später wurde Booker von der Big Food Group plc aufgekauft, die 2002 die Booker Prize Foundation schuf, die sich wiederum auf die Suche nach einem neuen Sponsor machte. Er wurde bald gefunden, seither heißt der Preis korrekt Man Booker Prize.
«Eine Auszeichnung für den besten deutschsprachigen Roman hat gefehlt. Die im Börsenverein zusammengeschlossenen Verleger und Buchhändler sehen es als ihre Aufgabe an, das kulturelle Leben in Deutschland mitzugestalten. Wir vergeben deshalb den Deutschen Buchpreis und sind überzeugt: Als unabhängiger Literaturpreis zum Auftakt der weltweit größten Buchmesse wird er weit über unsere Branche und unser Land hinaus Aufmerksamkeit schaffen für deutschsprachige Autoren, für das Lesen und das Leitmedium Buch», so Dr. Gottfried Honnefelder, Verleger des DuMont Literatur und Kunst Verlags und stellvertretender Vorsteher des Börsenvereins. Als Partner hat der Verein Gabriele und Florian Langenscheidt, den «Spiegel»-Verlag, die Frankfurter Buchmesse und die Stadt Frankfurt gewonnen.
Verlage aus Deutschland, Österreich und der Schweiz können sich mit zwei deutschsprachigen Romanen aus ihrem aktuellen oder geplanten Programm bewerben. Die Jury wird aus den eingegangenen Vorschlägen, aber auch aus eigenen Favoriten eine 20 Titel umfassende Longlist zusammenstellen, die im August 2005 bekannt gegeben wird, erklärt der Börsenverein. Aus dieser Longlist wiederum wählt die Jury sodann die sechs Titel der Shortlist aus. Sechs Romane umfasst auch die Shortlist des Man Booker Preises. Erst am Abend der Preisverleihung, also am 17. Oktober 2005 zum ersten Mal, werden die sechs Autoren erfahren, wer die Auszeichnung erhält. (nz)

