Absage einer Lesung in Frankfurt:
Herta Müllers Mail verwundert Literaturhaus
18.11.2009
Herausgeber: netzeitung.de
Beim Literaturhaus in Frankfurt zeigte sich Leiterin Maria Gazzetti verwundert über Müllers Mitteilung: Die Lesung sei am Dienstag in Absprache mit Müllers Münchner Verlag Hanser abgesagt worden, sagte sie. Der Grund: Es sei ein solcher Ansturm auf die Tickets befürchtet worden, den das Literaturhaus - selbst mit Leinwand-Übertragungen in weitere Räume - nicht hätte stemmen können. Hanser bestätigte dies am Mittwoch.
Eine Hanser-Sprecherin erklärte, dass die «Begeisterung und das Interesse an der Person Herta Müller derzeit Lesungen im üblichen Rahmen nicht mehr durchführbar machen». Gazzetti meinte, mit ihrer Mail habe Müller habe wohl betonen wollen, dass sie selbst nicht ohne Grund Lesungen absage. Müller selbst war bis zum Nachmittag nicht mehr für eine Stellungnahme zu erreichen.
Beim Frankfurter Literaturhaus will man Herta Müllers E-Mail nicht überbewerten: «Es ist eine sehr übertriebene Reaktion, aber es ist die Lage, der Nobelpreis ist eine Ausnahmesituation, aber wir haben keinen Zoff, ich habe gerade mit ihr gemailt», sagte Gazzetti. (dpa/nz)

