Absage einer Lesung in Frankfurt: 

netzeitung.deHerta Müllers Mail verwundert Literaturhaus

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Schrieb eine Mail: Herta Müller (Foto: dpa<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Schrieb eine Mail: Herta Müller
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«Es drehte alles durch», beschreibt die Leiterin des Frankfurter Literaturhauses den Run auf Karten für die Lesung der Nobelpreisträgerin. Aus Platzgründen musste das Ganze ausfallen. Offensichtlich missfiel Müller dieser Vorgang.

Für Donnerstag war sie geplant, die Lesung der Literaturnobelpreisträgerin Herta Müller in Frankfurt am Main. Doch dann kam die Absage. Nun gibt es Verwirrung um das Wie und Warum.

Müller selbst verschickte in der Nacht zum Mittwoch eine E-Mail an verschiedene Medien, in der es heißt, das Literaturhaus Frankfurt habe die Lesung abgesagt. «Ich möchte nicht, daß der Eindruck entsteht, ich hätte die Lesung abgesagt», schreibt Müller weiter. Die Gründe müssten beim Literaturhaus erfragt werden.

Beim Literaturhaus in Frankfurt zeigte sich Leiterin Maria Gazzetti verwundert über Müllers Mitteilung: Die Lesung sei am Dienstag in Absprache mit Müllers Münchner Verlag Hanser abgesagt worden, sagte sie. Der Grund: Es sei ein solcher Ansturm auf die Tickets befürchtet worden, den das Literaturhaus - selbst mit Leinwand-Übertragungen in weitere Räume - nicht hätte stemmen können. Hanser bestätigte dies am Mittwoch.

«Es drehte alles durch»
«Es drehte alles durch, wir hatten einen unglaublichen Andrang, wir hätten über 2000 Karten verkaufen können», schilderte Gazzetti. «Da wir innerhalb von eineinhalb Tagen keinen neuen angemessenen Ort organisieren konnten, haben wir gemeinsam mit dem Verlag beschlossen, dass es besser ist, die Lesung abzusagen.» Dies sei vor allem zum Wohle der Autorin geschehen, die in der letzten Zeit auch körperlich sehr bedrängt worden sei.

Eine Hanser-Sprecherin erklärte, dass die «Begeisterung und das Interesse an der Person Herta Müller derzeit Lesungen im üblichen Rahmen nicht mehr durchführbar machen». Gazzetti meinte, mit ihrer Mail habe Müller habe wohl betonen wollen, dass sie selbst nicht ohne Grund Lesungen absage. Müller selbst war bis zum Nachmittag nicht mehr für eine Stellungnahme zu erreichen.

Beim Frankfurter Literaturhaus will man Herta Müllers E-Mail nicht überbewerten: «Es ist eine sehr übertriebene Reaktion, aber es ist die Lage, der Nobelpreis ist eine Ausnahmesituation, aber wir haben keinen Zoff, ich habe gerade mit ihr gemailt», sagte Gazzetti. (dpa/nz)