01.07.2009
Herausgeber: netzeitung.de
Nur fünf Tage nach ihrer Krebsdiagnose verstarb die Tanzkünsterlin
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Quelle: NZ Netzeitung GmbH
Schon vor Wochen hatte der Deutsche Bühnenverein entschieden, die Tanzkünstlerin Pina Bausch mit dem Theaterpreis «Faust» zu ehren. Jetzt sollte sie über die Auszeichnung informiert werden, doch es war zu spät.
Die überraschend gestorbene Tänzerin und Choreographin Pina Bausch wird posthum für ihr Lebenswerk mit dem angesehenen Theaterpreis «Faust» des Deutschen Bühnenvereins geehrt. Die Jury hatte bereits vor Wochen die Entscheidung getroffen, sie aber noch nicht bekanntgegeben. Die Preisvergabe am 28. November im Staatstheater Mainz werde nun nachträglich «eine Hommage an ihre wunderbare künstlerische Arbeit werden», teilte der Dachverband der deutschen Theater am Mittwoch in Köln mit.
Der Bühnenverein habe vom Tod der Künstlerin erfahren, als er sie über die Auszeichnung informieren wollte, hieß es weiter. Bausch war am Dienstag nur fünf Tage nach einer Krebsdiagnose in Wuppertal gestorben. Mit dem Tod der 68-jährigen Schöpferin des modernen Tanztheaters «haben wir eine große Künstlerin verloren, eine unserer Größten», sagte der Präsident des Bühnenvereins, Klaus Zehelein. Ihre Choreographien hätten bei aller Ernsthaftigkeit der Themen «stets eine große Leichtigkeit und Lebensbejahung» ausgestrahlt.
Erkannt, aber nicht beantwortet Die Stadt Wuppertal und das Land Nordrhein-Westfalen haben sich am Mittwoch für einen Erhalt des weltweit gefeierten
Tanztheaters Wuppertal ausgesprochen. Er sei bereits seit einiger Zeit mit Bausch über eine mögliche Nachfolgeregelung und auch über Fragen der späteren Aufführungsrechte im Gespräch gewesen, sagte NRW- Kulturstaatssekretär Hans-Heinrich Grosse-Brockhoff der Nachrichtenagentur dpa. Auch die Künstlerin habe dieses Problem erkannt, «aber nicht beantwortet». Ebenfalls sei die Einrichtung eines Bausch- Archivs mit ihr angesprochen worden.
Grosse-Brockhoff hat sich zunächst für eine Weiterführung des Tanztheaters in der jetzigen Form ausgesprochen. Zum künstlerischen Verlust meinte der Staatssekretär: «Bausch ist mit ihrem Tanz gelungen, was nur ganz großer Kunst gelingt: Ihre Zuschauer als Veränderte zu entlassen.»
Das Wuppertaler Ensemble war von der Todesnachricht auf einer internationalen Tournee in Breslau überrascht worden, habe aber den geplanten Tanzabend «erschüttert und traurig» im Andenken an Pina Bausch aufgeführt, sagte die Sprecherin des Tanztheaters. Über die weitere Zukunft der Compagnie, die noch in Spoleto und Moskau auftreten will, werde erst frühestens Mitte Juli nach Tournee-Ende beraten. Auch die Bestattung von Pina Bausch müsse erst mit der Familie besprochen werden. (dpa)