25.06.2009
Herausgeber: netzeitung.de
Philipp Weiss auf der Hompage der Tage der deutschsprachigen Literatur Screenshot: nz
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Quelle: NZ Netzeitung GmbH
Nicht sei «so anstrengend, wie Humor, den man nicht teilt», kommentierte Kritiker Paul Jandl die Performance. Der Österreicher Weiss hatte sein Vorlesen im Ingeborg-Bachmann-Wettbewerb ungewöhnlich beendet.
Das Spiel mit verschiedenen Ebenen macht den Reiz zahlreicher bekannter Bücher aus. In Cornelia Funkes «Tintenherz» etwa werden Charaktere einer Geschichte plötzlich reale Personen, in Michael Endes «Unendlicher Geschichte» beeinflusst der Leser im Buch die Handlung in der Handlung.
Eine Brücke vom Innenleben seines Buchs hinaus in die Realität hat nun der österreichische Autor Philipp Weiss geschlagen - und ist damit angeeckt. Am ersten Tag des renommierten Vorlesewettbewerbs um den 33. Ingeborg Bachmann-Preis sorgte er mit einer Aktion für Aufregung: Der in Wien lebende Schriftsteller verspeiste nach der Lesung sein Manuskript mit dem Hinweis, dies sei ein «notwendiger Bestandteil des Textes».
Weiss hatte als zweiter von insgesamt 14 Autoren gelesen. In seinem Beitrag geht es um einen Autor der wegen unerklärlicher Bauchschmerzen in ein Krankenhaus geht. Am Ende einer Magenspülung wird in seinem Innern der fertige Text gefunden.
Weiss' Vortrag wurde nicht von allen sieben Juroren positiv beurteilt. Kritiker Paul Jandl etwa meinte: «Nichts ist so anstrengend, wie Humor, den man nicht teilt.» Weiss hatte schon bei seiner Einführung für etwas Stirnrunzeln mit einem Kurzvideo-Porträt gesorgt, das ausschließlich sein Gesicht in einer Art Pantomime zeigte. (dpa/nz)