29.04.2009
Herausgeber: netzeitung.de
Startseite von Google Books auf Deutsch Screenshot: nz
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Quelle: NZ Netzeitung GmbH
In den USA wurde nun die Frist für einen Vergleich zwischen Google auf der einen und Schriftstellern sowie Verlagen auf der anderen Seite verlängert. Das kann auch Auswirkungen für Autoren in Deutschland haben.
Das Buchsuche-Projekt von Google ruft laut US-Zeitungsberichten nun die amerikanischen Wettbewerbshüter auf den Plan. Es gehe dabei um die Einigung mit der US-Buchbranche vom vergangenen Herbst, mit der ein Streit um die Vergütung von Autoren und den digitalen Vertrieb von Büchern beigelegt werden soll, schrieben die «New York Times» und das «Wall Street Journal» am Mittwoch unter Berufung auf das zuständige Bundesgericht.
Das US-Justizministerium hat demnach Kontakt zu Google und zu den Kritikern des Deals aufgenommen. Die Prüfung der Übereinkunft zwischen Google und den amerikanischen Autoren- und Verlegerverbänden brauche mehr Zeit. Statt im Juni soll nun erst im Oktober abschließend über die Einigung geurteilt werden, die beide Seiten vergangenes Jahr im Streit um Googles Projekt zur Bücher-Digitalisierung getroffen hatten.
Damit haben nun auch die Autoren vier weitere Monate Zeit zu entscheiden, ob sie aus dem Deal aussteigen wollen. Ursprünglich wäre die Frist für die Autoren am 5. Mai abgelaufen. Der Streit dreht sich um die Erfassung vergriffener, aber nach wie vor urheberrechtlich geschützter Werke, die Google online zugänglich machen will.
Heidelberger Appell in DeutschlandGoogle hatte 2004 mit dem Einscannen der Bücher begonnen. Dagegen hatten Autoren und Verlage im Jahr 2005 geklagt. Sie sahen ihre Rechte beeinträchtigt und befürchteten einen erheblichen finanziellen Schaden. Die im Oktober 2008 erzielte Einigung sieht unter anderem vor, dass Google die Autoren sowie Verleger an den Einnahmen durch das Projekt beteiligt und zusätzlich den Rechteinhabern je 60 Dollar, derzeit rund 45 Euro, für bereits eingescannte Bücher bezahlt. Der Vergleich muss noch abschließend gebilligt werden.
Die Einigung, die nur für den US-Markt gilt, soll auch den Weg für den breiteren Online-Verkauf kompletter Bücher öffnen. Google soll im Rahmen der Vereinbarung insgesamt 125 Millionen Dollar zahlen. In Deutschland hatten zuletzt aus Protest an den Methoden Googles im Umgang mit den Urheberrechten 1.300 Verleger und Autoren den so genannten Heidelberger Appell verfasst.
Darin kritisieren die Verleger und Autoren die Praxis von Google, Bücher in großem Umfang zu digitalisieren und online zu veröffentlichen, ohne zuvor die Einwilligung der Rechtsinhaber eingeholt und über Vergütungen verhandelt zu haben. Bundesjustizministerin Brigitte Zypries unterstützt den Heidelberger Appell und bezeichnet das Verhalten Google als «nicht akzeptabel». (AP/dpa/nz)