Henning Mankell will Hörbücher schützen: 

netzeitung.deSchriftsteller zeigen Internet-Piraten an

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Henning Mankell will Hörbücher schützen 

Lupe Schriftsteller zeigen Internet-Piraten an

Henning Mankell, Per Olov Enquist und andere schwedische Schriftsteller gehen nun gegen Raubkopierer von Hörbüchern vor. Ein am 1. April in Kraft getretenes Gesetz macht die verschärfte Strafverfolgung möglich.

Henning Mankell, Per Olov Enquist und andere bekannte schwedische Schriftsteller gehen mit Strafanzeigen gegen Raubkopierer ihrer Hörbücher aus dem Internet vor.

Wie die Tageszeitung «Svenska Dagbladet» am Donnerstag berichtete, setzen Autoren über ihre Verlage damit deutlich verschärfte gesetzliche Regeln um. Sie beantragten bei einem Stockholmer Gericht die Strafverfolgung von Betreibern eines Servers. Von dort konnten 27 Hörbücher 15 bekannter schwedischer Autoren kostenlos heruntergeladen werden.

Zum 1. April ist in Schweden ein Gesetz in Kraft getreten, mit dem Betroffene die Identität von aus ihrer Sicht verdächtigen Computern und Servern ermitteln können. Internet-Provider müssen nun die IP-Adressen von angeschlossenen Computern mitteilen, die möglicherweise urheberrechtlich geschütztes Material heruntergeladen haben. In bestimmten Fällen soll auch die Identität derjenigen verlangt werden können, die das Material auf ihre Computer ziehen.

Ein Sprecher des Buchverleger-Verbandes erklärte, man hoffe mit der massiv erhöhten Wahrscheinlichkeit von Strafverfolgung auf eine Verminderung des illegalen Kopierens über das Internet. «Svenska Dagbladet» berichtete, dass der Datenverkehr zwischen schwedischen und internationalen Netzen am Tag des Inkrafttretens der neuen Regeln um 30 Prozent gegenüber dem Vortag gesunken ist. Das als «Ipred-Gesetz» bekannte neue Regelwerk wurde in den Medien breit behandelt und von Netzaktivisten als «Schnüffelgesetzt» kritisiert.

Gespanntes Warten auf «Pirate Bay»-Urteil
Am 17. April wird in Stockholm das Urteil gegen vier Verantwortliche der Internet-Tauschbörse «The Pirate Bay» wegen einer eventuellen Verletzung des Urheberrechts erwartet. «The Pirate Bay» bietet die technische Möglichkeit zum kostenlosen Herunterladen von Filmen, Musik und Computerprogrammen.

Der Prozess gegen Fredrik Neij (30), Gottfrid Svartholm (24), Peter Sunde (30) und Carl Lundström (48) gilt als international wegweisend. Die Staatsanwaltschaft verlangt je ein Jahr Haft für alle Angeklagten. Nebenkläger fordern zehn Millionen Euro Schadensersatz. Die Verteidigung plädiert auf Freispruch. (dpa/nz)