05.01.2009
Herausgeber: netzeitung.de
Taslima Nasrin
Foto: taslimanasrin.com
Quelle: NZ Netzeitung GmbH
In ihrer Heimat Bangladesch sind mehrere ihrer Bücher wegen «Gotteslästerung» verboten, muslimische Extremisten setzten ein Kopfgeld auf sie aus. Die islamkritische Schriftstellerin Taslima Nasrin findet nun Obdach in der französischen Hauptstadt.
Die von muslimischen Extremisten bedrohte Menschenrechtlerin Taslima Nasrin aus Bangladesch findet Asyl in Paris. Die Stadt werde der Schriftstellerin Obdach in dem zur Künstlerresidenz umgebauten Konvent Récollets geben, sagte der Kabinettchef des Bürgermeisters Bertrand Delanoë, Nicolas Revel, der Zeitung «Le Figaro». Die 30-Quadratmeter-Wohnung stehe Nasrin zum 1. Februar zur Verfügung. Die Stadt werde vorerst die Miete zahlen.
Nasrin hatte als Ehrenbürgerin von Paris die französische Metropole um Hilfe und Unterkunft gebeten. In ihrer Heimat wird die Verteidigerin der Frauenrechte von muslimischen Extremisten bedroht, mehrere ihrer Bücher sind wegen «Gotteslästerung» verboten. Auch in ihrer Wahlheimat Indien setzten Muslim-Fanatiker ein Kopfgeld auf die «Häretikerin» aus. Nasrin besitzt seit 1994 die schwedische Staatsbürgerschaft und wurde vom Europaparlament mit dem «Andrej- Sacharow-Preis für geistige Freiheit» geehrt. Sie lebte zeitweise auch in den USA und in Berlin. (dpa/nz)