Kein «Engel am Zaun»:
KZ-Romanze entpuppt sich als frei erfunden
29.12.2008
Herausgeber: netzeitung.de
Die amerikanische Talkshow-Queen Oprah Winfrey, die Rosenblat zwei Mal in ihre Sendung einlud, nannte die Geschichte die «größte Love-Story, die wir jemals im Fernsehen erzählt haben». Erst als Zeitzeugen und Familienmitglieder Zweifel an der Romanze anmeldeten, räumte Rosenblat seine Erfindung ein. «Ich wollte Menschen glücklich machen», sagte der 79-Jährige.
Der Berkley-Verlag, der zur Penguin-Gruppe gehört, kündigte an, er werde wegen «neuer Informationen» auf die geplante Veröffentlichung des Buches «Engel am Zaun» verzichten. Der Filmproduzent Harris Salomon, der eine Kinoversion der Schnulze plant, will an seinem Projekt festhalten, aber die Geschichte als erfunden ausweisen. Rosenblat habe zugesagt, seinen Verdienst für Holocaust-Überlebende zu spenden, hieß es.
Amerikanische Verlage sind schon mehrfach gefälschten Geschichten aufgesessen. Erst in diesem Jahr hatte sich herausgestellt, dass die angeblichen Lebenserinnerungen eines weißen Mädchens in einer armen schwarzen Familie in einem Ghetto von Los Angeles frei erfunden waren. (dpa)

