Ärger mit Unseld-Witwe:
Ranicki nimmt Suhrkamp Bücher weg
20. Nov 2008 16:38
 |  Unter ihm gefiel es Reich-Ranicki noch: Siegfried Unseld | Foto: AP |
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Seine Reihe über große Autoren wollter der Großkritiker ursprünglich bei einer Suhrkamp-Tochter veröffentlichen. Aber mit der Witwe Siegfried Unselds zu arbeiten, sei eine Qual, beklagte sich Reich-Ranicki.
Der Literaturkritiker Marcel Reich-Ranicki hat dem Suhrkamp Verlag aus Verärgerung den Großteil seiner neuen Literatur-Serie entzogen. Fünf der sechs Bücher über große Autoren werden beim Verlag Hoffmann und Campe (Hamburg) und nicht bei Suhrkamp in Frankfurt veröffentlicht.
Er habe für dieses Projekt den Verlag gewechselt, sagte Reich-Ranicki am Donnerstag der Deutschen Presse-Agentur dpa und bestätigte damit einen Bericht des Magazins «Cicero». Nur der erste Band «Mein Schiller» werde noch in dem zu Suhrkamp gehörenden Insel-Verlag erscheinen. Die weiteren fünf Bände bei Hoffmann und Campe. Reich-Ranicki sagte, er fühle sich von Suhrkamp «schlecht behandelt».
«Mit ihr zu tun zu haben, ist eine Qual»
Reich-Ranicki berichtete, er habe Verlegerin Ulla Unseld-Berkéwicz gebeten, das Buch «Mein Schiller» freizugeben, damit es in dem Hamburger Verlag erscheinen könne. Die Verlegerin habe auf den Vertrag verwiesen und sich geweigert. «Mit ihr zu tun zu haben, ist eine Qual», sagte der Literaturkritiker. «Ich bin ein älterer Mensch. Ich brauche keine Kräche. Aber sie braucht sie.» Gleichzeitig lobte der 88-Jährige die Zusammenarbeit mit dem 2002 gestorbenen Ehemann von Unseld-Berkéwicz, Siegfried Unseld: «Meine Zusammenarbeit mit Unseld war immer sehr gut.»
«Mein Schiller» bleibt bei Suhrkamp
Der Kritiker sagte, es hätte es lieber gesehen, wenn alle sechs Bände der Reihe bei Hoffmann und Campe erschienen wären. Neben «Mein Schiller» ist noch geplant oder in Arbeit: ««Mein Heine», «Mein Lessing», «Mein Kleist», «Mein Büchner» und «Mein Kafka». Reich-Ranicki sagte, andere Werke wie die «Frankfurter Anthologie» werde er weiter bei Suhrkamp veröffentlichen. In dieser Reihe sei erst vor kurzem der 32. Band erschienen. (dpa)