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Land Berlin soll aus Notlage helfen: 

Friedrichstadtpalast kurz vor der Insolvenz

02. Sep 2008 16:37
Beliebtes Touristenziel: Der Berliner Friedrichstadtpalast
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Das größte Revuetheater Europas steht offenbar vor der Pleite. Ein staatliches Darlehen soll die Bühne ein letztes Mal retten – sonst könnte noch in diesem Jahr der letzte Vorhang fallen.

Der Friedrichstadtpalast ist in Geldnot und braucht eine Finanzspritze der öffentlichen Hand, um seine Zahlungsunfähigkeit im Herbst zu vermeiden. Der vom Regierenden Bürgermeister und Kultursenator Klaus Wowereit (SPD) im Parlament beantragte Kredit in Höhe von 3,5 Millionen Euro wird von der rot-roten Parlamentsmehrheit vermutlich bewilligt werden.

«Die negative finanzielle Entwicklung in 2007 führte angesichts des vorhandenen Eigenkapitals und ausreichender Kassenbestände noch nicht zu Liquiditätsproblemen, anders sieht es dagegen im laufenden Geschäftsjahr 2008 aus», schreibt Wowereit über das Theater.

«Hin zur ureigenen Revue»

Im vergangenen Jahr habe man noch gedacht, die Finanzprobleme durch eine Programm-Reform in den Griff bekommen zu können. Geschäftsführer und Intendant Bernd Schmidt hat den Spielplan inzwischen radikal geändert, «keine Musicalgeschichten mehr», er will wieder «hin zur ureigenen Revue».

Angestrebt werde die «große Show-Unterhaltung», damit könnten auch jüngere Zuschauer etwas anfangen. Dennoch werde der Friedrichstadtpalast im November ein Minus von 2,8 Millionen Euro verzeichnen, berichtete die «Berliner Morgenpost».

Rund drei Millionen weniger

Auch die Vorsitzende des Kulturausschusses im Abgeordnetenhaus, Alice Ströver (Grüne), signalisierte am Dienstag ihre Zustimmung zu einem rückzahlbaren Darlehen, übte aber gleichzeitig Kritik an der bisherigen Linie des Senats gegenüber dem Revuetheater.

So habe der Senat den Zuschuss für das Theater in der Friedrichstraße seit 2001 um ein Drittel von 8,9 Millionen auf 6,1 Millionen Euro gekürzt, was die Sanierung des Hauses erschwert habe. Schmidt und ein Sprecher der Berliner Kulturverwaltung bestätigten am Dienstag entsprechende Medienberichte über die finanzielle Schieflage des Hauses, das erst im Oktober vergangenen Jahres wegen eines Defizits die Geschäftsführung auswechselte. (nz/dpa)
 
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