Dass die Ausgrabungsstätte in einem so guten Zustand ist, lag den Angaben zufolge daran, dass das antike Bad im Mittelalter nicht mit anderen Häusern überbaut wurde, die die Anlage sonst zerdrückt hätten. Die Therme war zufällig bei Tiefbauarbeiten in den 1920er Jahren entdeckt worden. «Damals musste man feststellen, dass die Römer schon hatten, was Zülpich erst bekommen sollte - eine Abwasseranlage», sagte Dick. Die römische Badekultur entspreche der modernen. Denn in der Therme wurde mehr als nur gebadet. Hier wurde enthaart, Sport getrieben, massiert, gegessen und getrunken. In dem Wellnesstempel ließen es sich nicht nur die Reichen gutgehen, sondern auch die gewöhnlichen Bürger - zu einer Zeit, als Zülpich noch «Tolbiacum» hieß. Das Badehaus war vom zweiten bis vierten Jahrhundert in Betrieb. Schon damals zeigten die Römer, wie umweltschonend man mit den natürlichen Ressourcen umgehen kann: Das Wasser für die Therme nutzten sie nach dem Baden zum Reinigen der Fußböden und schließlich zur Spülung der Latrinen. (dpa)