Netzeitung Logo
 
DruckenVersenden
 

Schöner Baden vor 2000 Jahren: 

Die Wellness-Oase der Antike

28. Aug 2008 14:38
Hier wurde enthaart, massiert, gegessen: Römertherme Zülpich
Bild vergrößern
Die Ruinen gehören zu den besterhaltenen römischen Thermen: Als sie zufällig in den 1920er Jahren entdeckt wurden, musste man feststellen, dass die Römer schon hatten, was Zülpich erst viel später bekommen sollte.

Das Millionen-Projekt «Römerthermen Zülpich - Museum der Badekultur» wird an diesem Freitag offiziell eröffnet und präsentiert 2000 Jahre Badekultur. Errichtet wurde das Gebäude auf den Ruinen einer der besterhaltenen römischen Thermen nördlich der Alpen, einem «Wellnesstempel der Antike». «So etwas kann man woanders nicht sehen, bei anderen Ausgrabungsstätten sind von den Bädern meist nur noch die Kellergewölbe übrig», betonte Hans-Gerd Dick, Kulturreferent der Stadt Zülpich, am Donnerstag vor der Eröffnung.

Die Kosten für den Museumsbau betrugen 7,3 Millionen Euro und wurden unter anderem vom Land Nordrhein-Westfalen, dem Kreis Euskirchen und dem Landschaftsverband Rheinland (LVR) aufgebracht. Das Museum mit seinen Ziegel-Flachbauten wird mit einer hochmodernen Geothermie-Anlage beheizt - in Anlehnung an die technisch versierten Heizmethoden der Römer.

Hier wurde enthaart, massiert, gegessen

Dass die Ausgrabungsstätte in einem so guten Zustand ist, lag den Angaben zufolge daran, dass das antike Bad im Mittelalter nicht mit anderen Häusern überbaut wurde, die die Anlage sonst zerdrückt hätten. Die Therme war zufällig bei Tiefbauarbeiten in den 1920er Jahren entdeckt worden. «Damals musste man feststellen, dass die Römer schon hatten, was Zülpich erst bekommen sollte - eine Abwasseranlage», sagte Dick.

Die römische Badekultur entspreche der modernen. Denn in der Therme wurde mehr als nur gebadet. Hier wurde enthaart, Sport getrieben, massiert, gegessen und getrunken. In dem Wellnesstempel ließen es sich nicht nur die Reichen gutgehen, sondern auch die gewöhnlichen Bürger - zu einer Zeit, als Zülpich noch «Tolbiacum» hieß. Das Badehaus war vom zweiten bis vierten Jahrhundert in Betrieb. Schon damals zeigten die Römer, wie umweltschonend man mit den natürlichen Ressourcen umgehen kann: Das Wasser für die Therme nutzten sie nach dem Baden zum Reinigen der Fußböden und schließlich zur Spülung der Latrinen. (dpa)


 
Drucken
VersendenSocial Bookmark Mister Wong Yigg Google del.icio.us Oneview Webnews
 
Zu weiteren Bildergalerien
Zu weiteren Bildergalerien
Zum Wissenstest

Alle Wissenstests

Sie müssen JavaScript aktiviert und Flash 8 installiert haben, um diese Seite in vollem Umfang nutzen zu können.
Live Top 5
netzeitung.de auf Ihrer iGoogle-Seite
Aus anderen Ressorts
Zur Autogazette

Geschäftsführer: Dr. Robert Daubner | Chefredakteurin: Domenika Ahlrichs | Impressum | Datenschutz
NZ Netzeitung GmbH · Karl-Liebknecht-Str. 29 · 10178 Berlin · Tel.: 030 23 27 6840 · Fax: 030 23 27 6874
Alle Rechte © 2008 NZ Netzeitung GmbH
 
Vermarktung: DZH Online Media Sales Group GmbH
 
IT & Security by Procado
 
[ai:ti]-Quotes&Charts: IT Future AG
Quellen der Börsendaten: IT Future AG, Standard&Poor's Comstock Inc. und weitere.