23. Aug 2008 15:12
Bis November sind herausragende Objekte aus aserbaidschanischen Museen zu sehen. Besucher können neben archäologischen Artefakten aus der Siedlungsgeschichte auch Kostbarkeiten der Fürstentümer bestaunen.
Sie steht in Zusammenhang mit einem im März eröffneten Kulturjahr in Deutschland, mit dem sich die Kaukasus-Republik erstmals mit einem umfassenden Kulturprogramm in Europa vorstellt. Die vielfältigen bundesweiten Veranstaltungen klingen am 5. Dezember mit einer festlichen Abschluss-Gala und «Nacht der Freundschaft» im Neuen Schloss in Stuttgart aus.«Mit dieser jahrtausendealten Kultur bringen wir Europa ein fernes Land am Kaspischen Meer näher, über das bislang nur sehr wenige etwas wussten», betonten die Veranstalter. Aserbaidschan grenzt im Süden an Iran, im Westen an Armenien und Georgien und im Norden an die Region Dagestan/Russland. Es ist ein Land, das über Jahrhunderte im Spannungsverhältnis von Persien, Osmanischem Reich und Russland stand und dessen Kultur dadurch wesentlich geprägt wurde.
Die bis 16. November in Berlin zu sehende Ausstellung unter dem Dach der Stiftung Preußischer Kulturbesitz zeigt nach Angaben der Veranstalter erstmals und bislang einmalig in Europa eine umfassende kulturhistorische Zusammenstellung herausragender Objekte aus aserbaidschanischen Museen, die sonst nur in ihrem Ursprungsort gesehen werden können. Ausgrabungen, auch von deutschen Archäologen um 1920 vorgenommen, verweisen auf eine jahrtausendealte Siedlungsgeschichte bis zur Zeit der arabischen Eroberung im 7. Jahrhundert. Der höfische Glanz der Fürstentümer wird durch prächtige Kleidung, Schmuckobjekte und kostbare Teppiche präsentiert.
Anlässlich seiner ersten und kurzen Unabhängigkeit von 1918 bis 1920 gab sich das Land den Namen Aserbaidschan, abgeleitet vom altpersischen Begriff azer, «Feuer». 1991, nach 71 Jahren der Zugehörigkeit zur Sowjetunion, erklärte Aserbaidschan seine Unabhängigkeit, zum zweiten Mal in seiner wechselvollen Geschichte. (dpa)