Polanski wurde an der Filmhochschule in Lodz ausgebildet. Schon sein 1961 noch in Polen produziertes Kinodebüt «Das Messer im Wasser», das von der eskalierenden Rivalität zweier Männer handelte, war eine Sensation und ebnete ihm den Weg in den Westen. Zunächst arbeitete der Regisseur in England, dann in Hollywood. Die schöne Sharon Tate, Hauptdarstellerin der Horror-Komödie «Tanz der Vampire» wurde 1968 dort Polanskis zweite Frau. Hochschwanger wurde Tate im folgenden Jahr Opfer eines grauenvollen Massenmordes. Aber nicht das vertrieb das Kinogenie aus den USA, sondern die juristische Verfolgung seiner sexuellen Beziehung zu einer Minderjährigen 1977. Den Konsequenzen entzog sich Polanski 1978 durch den Umzug nach Paris.
Dort heiratete er 1989 die 30 Jahre jüngere Schauspielerin Emmanuelle Seigner, die seitdem in mehreren seiner Filme mitwirkte. Das Paar hat zwei Kinder. Auf seine späten Tage wurde der einstige Erotomane doch noch ein sesshafter Familienvater. Beruflich ist der jetzt 75-jährige Roman Polanski weiter aktiv: Als nächstes Projekt ist die Verfilmung des Politthrillers «Ghost» von dem britischen Bestsellerautor Robert Harris geplant. Pierce Brosnan und Nicolas Cage in den Hauptrollen werden stolz darauf sein, mit einem der ganz großen lebenden Filmkünstler zu arbeiten. (Wolfgang Hübner, AP)