Roman Polanski wird 75:
Früher Ruhm, böse Skandale, späte Familie
17.08.2008
Herausgeber: netzeitung.de
Längst ist aus diesem ein internationaler Kulturrepräsentant geworden. Ausgerechnet in Deutschland konnte Polanski den Film drehen, den er seiner speziellen Biografie wohl schuldig war. 1933 als Sohn jüdischer Eltern in Paris geboren, zog er mit diesen 1936 ins polnische Krakau.
Die Mutter verlor Polanski in Auschwitz, er überlebte im Versteck von Kleinbauern. Es dauerte viele Jahre, bis sich der Filmemacher mit der Überlebensgeschichte eines jüdischen Pianisten im Warschauer Ghetto dem Trauma seiner Kindheit annähern konnte und mit «Der Pianist» einen Film von tiefer Menschlichkeit schuf.
Die schöne Sharon Tate, Hauptdarstellerin der Horror-Komödie «Tanz der Vampire» wurde 1968 dort Polanskis zweite Frau. Hochschwanger wurde Tate im folgenden Jahr Opfer eines grauenvollen Massenmordes. Aber nicht das vertrieb das Kinogenie aus den USA, sondern die juristische Verfolgung seiner sexuellen Beziehung zu einer Minderjährigen 1977. Den Konsequenzen entzog sich Polanski 1978 durch den Umzug nach Paris.
Dort heiratete er 1989 die 30 Jahre jüngere Schauspielerin Emmanuelle Seigner, die seitdem in mehreren seiner Filme mitwirkte. Das Paar hat zwei Kinder. Auf seine späten Tage wurde der einstige Erotomane doch noch ein sesshafter Familienvater. Beruflich ist der jetzt 75-jährige Roman Polanski weiter aktiv: Als nächstes Projekt ist die Verfilmung des Politthrillers «Ghost» von dem britischen Bestsellerautor Robert Harris geplant. Pierce Brosnan und Nicolas Cage in den Hauptrollen werden stolz darauf sein, mit einem der ganz großen lebenden Filmkünstler zu arbeiten. (Wolfgang Hübner, AP)

