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Roman Polanski wird 75: 

Früher Ruhm, böse Skandale, späte Familie

17. Aug 2008 17:05
Mit dem Alter kommt das Glück: Roman Polanski
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Der größte Erfolg kam im Alter: Den Oscar für den «Pianist» bekam der kleingewachsene Mann mit 70 Jahren. Polanski, der einst wegen einer sexuellen Beziehung zu einer Minderjährigen juristisch verfolgt wurde, ist jetzt sesshaft.

Roman Polanski, der am 18. August 75 Jahre alt wird, hätte bequem vom Ruhm seiner frühen Jahre als Filmregisseur leben können. Bis zum 35. Lebensjahr schuf er bereits vier Filme, die ihn allesamt höchste internationale Anerkennung einbrachten und Klassiker der Leinwand sind. Doch der Künstler arbeitete weiter, überwand berufliche wie auch private Tiefschläge und errang als 70-Jähriger im Jahr 2003 mit dem Oscar für sein Holocaust-Drama «Der Pianist» seinen größten Triumph.

Es war der späte, doch längst überfällige Höhepunkt einer Karriere, die dem ehemaligen Polen, der seit 1978 wieder in seiner Geburtsstadt Paris lebt, einen herausragenden Platz in der Filmgeschichte sichert. Die Titel seiner bekanntesten Erfolge wecken bei vielen Kinogängern beste Erinnerungen: «Ekel» (1965 mit der noch jungen Catherine Deneuve), «Tanz der Vampire» (1967), «Rosemary's Baby» (1968) bis hin zu «Chinatown» (1974) und «Frantic» (1988) und schließlich 2002 der große Alterserfolg «Der Pianist».

Überlebte Ausschwitz im Versteck

Auch Flops gab es in der langen Regietätigkeit. Aber die haben lange nicht so geschadet wie die privaten Skandale, die dem kleingewachsenen Mann einst den bösen Ruf eines «verderbten Zwergs» eintrugen.

Längst ist aus diesem ein internationaler Kulturrepräsentant geworden. Ausgerechnet in Deutschland konnte Polanski den Film drehen, den er seiner speziellen Biografie wohl schuldig war. 1933 als Sohn jüdischer Eltern in Paris geboren, zog er mit diesen 1936 ins polnische Krakau.

Die Mutter verlor Polanski in Auschwitz, er überlebte im Versteck von Kleinbauern. Es dauerte viele Jahre, bis sich der Filmemacher mit der Überlebensgeschichte eines jüdischen Pianisten im Warschauer Ghetto dem Trauma seiner Kindheit annähern konnte und mit «Der Pianist» einen Film von tiefer Menschlichkeit schuf.


Erotomane wird Familienvater

Polanski wurde an der Filmhochschule in Lodz ausgebildet. Schon sein 1961 noch in Polen produziertes Kinodebüt «Das Messer im Wasser», das von der eskalierenden Rivalität zweier Männer handelte, war eine Sensation und ebnete ihm den Weg in den Westen. Zunächst arbeitete der Regisseur in England, dann in Hollywood.

Die schöne Sharon Tate, Hauptdarstellerin der Horror-Komödie «Tanz der Vampire» wurde 1968 dort Polanskis zweite Frau. Hochschwanger wurde Tate im folgenden Jahr Opfer eines grauenvollen Massenmordes. Aber nicht das vertrieb das Kinogenie aus den USA, sondern die juristische Verfolgung seiner sexuellen Beziehung zu einer Minderjährigen 1977. Den Konsequenzen entzog sich Polanski 1978 durch den Umzug nach Paris.

Dort heiratete er 1989 die 30 Jahre jüngere Schauspielerin Emmanuelle Seigner, die seitdem in mehreren seiner Filme mitwirkte. Das Paar hat zwei Kinder. Auf seine späten Tage wurde der einstige Erotomane doch noch ein sesshafter Familienvater. Beruflich ist der jetzt 75-jährige Roman Polanski weiter aktiv: Als nächstes Projekt ist die Verfilmung des Politthrillers «Ghost» von dem britischen Bestsellerautor Robert Harris geplant. Pierce Brosnan und Nicolas Cage in den Hauptrollen werden stolz darauf sein, mit einem der ganz großen lebenden Filmkünstler zu arbeiten. (Wolfgang Hübner, AP)

 
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