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Der Fund des Lebens: 

Antike Silbermünzen im Tontopf

11. Aug 2008 15:49
Archäologen haben in Jerusalem 2000 Jahre alte Münzen gefunden
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In einem unterirdischen Taubenschlag sind Archäologen fündig geworden: Sie entdeckten in Jerusalem einen Topf mit uralten Geldstücken. Diese untermauern die Bedeutung des Fundortes und seiner Geschichte.

In einem unterirdischen Taubenschlag bei Jerusalem haben deutsche und israelische Archäologen in einem Tontopf einen Schatz mit 15 antiken Silbermünzen gefunden. Die Geldstücke lassen sich rund 2000 Jahre zurückdatieren und sind eine große Entdeckung. «So ein Fund ist etwas sehr Seltenes und wirklich Aufregendes», sagte Prof. Manfred Oeming von der Universität Heidelberg am Montag in Jerusalem der dpa. «So ein Fund kommt einmal im Leben vor. Wenn man Glück hat, findet man einen solchen Schatz alle 20 Jahre.»

Der Leiter der Ausgrabung, Prof. Oded Lipschits von der Universität Tel Aviv, glaubt, dass die ungewöhnliche Fundstelle in einem unterirdischen Taubenschlag mit der Zerstörung des Zweiten Tempels im Jahr 70 n.Chr. durch die Römer zusammenhängt. «Der Topf wurde nur notdürftig mit Erde bedeckt. Offenbar wurde er in aller Eile versteckt. Vermutlich wurde der Schatz unmittelbar im Zusammenhang mit der Tempelzerstörung durch die Römer hier verborgen, um später wieder abgeholt zu werden. Allerdings kam die Person, die die Münzen hier versteckte, nicht mehr dazu. Ihr muss etwas zugestoßen sein», sagte Lipschits.

Spannende Geschichte des bedeutenden Ortes

Der Zerstörung des Zweiten Tempels wird am jüdischen Trauer- und Fastentag Tischa beAv gedacht, der auf den vergangenen Sonntag fiel. Der Schatz wurde somit fast auf den Tag genau nach 1938 Jahren gefunden.

Das deutsch-israelische Archäologenteam entdeckte darüber hinaus am selben Ausgrabungsort 380 Münzen aus der byzantinischen Zeit. Mit beiden Funden werde «die spannende Geschichte des bedeutenden Ortes Ramat Rahel immer klarer», sagte Oeming.

Große Bedeutung für deutsch-israelische Grabungen

Der Ausgrabungsort liegt südlich der Jerusalemer Altstadt. Die Archäologen vermuten, dass dort 700 v.Chr. eine königliche Zitadelle und ein Palast der Söhne Davids mit den «beachtlichen Ausmaßen von 6000 Quadratmeter» standen. Die genaue Funktion ist noch umstritten. Es könnte unter anderem ein Luxuspalast für Frauen, ein Verwaltungssitz oder ein Sommerschloss gewesen sein. Später soll sich an der Stelle während der Perserzeit ein Verwaltungszentrum befunden haben sowie vom 5.-7. Jh. n.Chr. eine byzantinische Kirche mit Kloster.

An den archäologischen Grabungen nehmen rund 120 Studierende teil, davon 56 aus Heidelberg und 20 aus Tel Aviv. «Neben den archäologischen Entdeckungen ist das Projekt auch für die deutsch- israelischen und die jüdisch-christlichen Beziehungen von großer Bedeutung», sagte Oeming. (dpa)

 
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