Netzeitung Logo
 
DruckenVersenden
 

Ausstellung über NS-Raubkunst: 

Wie Nazis die «Goldene Adele» klauten

08. Aug 2008 14:14
Bild vergrößern
NS-Organisationen wie der «Sonderauftrag Linz» oder der «Einsatzstab Reichsleiter Rosenberg» waren damit beauftragt, Gemälde und Bibliotheken, Silberarbeiten und Privatfotos planmäßig zu rauben – was mit all dem geschah.


Mehr als 60 Jahre nach Kriegsende ist die Suche nach der von den Nationalsozialisten geraubten Kulturgüter nicht beendet. Noch immer werden tausende Werke vermisst, die von den Nazis zwischen 1933 und 1945 den Juden weggenommen wurden. Nutznießer des Raubzugs in ganz Europa waren nach dem Krieg neben Privatsammlern auch Museen und der Kunsthandel. Mit einer großen Ausstellung zeichnet das Jüdische Museum Berlin vom 19. September an (bis 25. Januar) die Geschichte und den späteren Konflikt um die gestohlene Kunst.

«Raub und Restitution. Kulturgut aus jüdischem Besitz von 1933 bis heute» - unter diesem Titel beleuchtet die von den Jüdischen Museen in Berlin und Frankfurt/Main vorbereitete Ausstellung den Weg einzelner Kunstobjekte, die während der NS-Zeit ihren jüdischen Besitzern gestohlen wurden. Gemälde und Bibliotheken, Porzellan, Silberarbeiten und Privatfotos wurden zum Teil planmäßig geraubt. NS- Organisationen wie der «Sonderauftrag Linz» oder der «Einsatzstab Reichsleiter Rosenberg» waren mit der Vorbereitung der Plünderungen und der Verteilung des Raubguts befasst.

Am Beispiel von 15 Fällen dokumentiert die Ausstellung die geografische Ausdehnung der Raubzüge, die Vielfalt des geraubten Materials sowie die juristischen Folgen. Dazu zählen der Weg der Breslauer Sammlung Ismar Littman. 1999 einigten sich die Erben Littmans mit der vom Verleger Henri Nannen gestifteten Kunsthalle Emden über einen Rückkauf. Es war einer der ersten Restitutionsfälle nach dem 1998 auch von der Bundesrepublik unterzeichneten «Washingtoner Grundsätzen». Das Abkommen regelt den «fairen und gerechten Ausgleich» mit den früheren jüdischen Eigentümer geraubter Kulturgüter.

Zu den geraubten Schätzen, deren Weg die Ausstellung verfolgt, zählen die Porzellan- und Büchersammlung der Dresdner Familie von Klemperer, die Judaica-Sammlung des Frankfurter Kaufmanns Sigmund Nauheim oder die rund 1400 umfassende Kollektion des Amsterdamer Sammlers Jacques Goudstikker.

Dokumentiert werden auch spektakuläre Fälle, wie die Beschlagnahmung zweier Gemälde von Egon Schiele in New York, die Rückgabe und Versteigerung der «Goldenen Adele» von Gustav Klimt und der Fall des Gemäldes «Berliner Straßenszene» von Ernst Ludwig Kirchner. Die rund 600 Quadratmeter große Ausstellung wird anschließend im Jüdischen Museum Frankfurt präsentiert. (dpa)

 
Drucken
VersendenSocial Bookmark Mister Wong Yigg Google del.icio.us Oneview Webnews
 
Zu weiteren Bildergalerien
Zu weiteren Bildergalerien
Sie müssen JavaScript aktiviert und Flash 8 installiert haben, um diese Seite in vollem Umfang nutzen zu können.
Live Top 5
netzeitung.de auf Ihrer iGoogle-Seite
Aus anderen Ressorts
Zur Autogazette

Geschäftsführer: Dr. Robert Daubner | Chefredakteurin: Domenika Ahlrichs | Impressum | Datenschutz
NZ Netzeitung GmbH · Karl-Liebknecht-Str. 29 · 10178 Berlin · Tel.: 030 23 27 6840 · Fax: 030 23 27 6874
Alle Rechte © 2008 NZ Netzeitung GmbH
 
Vermarktung: DZH Online Media Sales Group GmbH
 
IT & Security by Procado
 
[ai:ti]-Quotes&Charts: IT Future AG
Quellen der Börsendaten: IT Future AG, Standard&Poor's Comstock Inc. und weitere.