Ausstellung über NS-Raubkunst:
Wie Nazis die «Goldene Adele» klauten
08.08.2008
Herausgeber: netzeitung.de
Am Beispiel von 15 Fällen dokumentiert die Ausstellung die geografische Ausdehnung der Raubzüge, die Vielfalt des geraubten Materials sowie die juristischen Folgen. Dazu zählen der Weg der Breslauer Sammlung Ismar Littman. 1999 einigten sich die Erben Littmans mit der vom Verleger Henri Nannen gestifteten Kunsthalle Emden über einen Rückkauf. Es war einer der ersten Restitutionsfälle nach dem 1998 auch von der Bundesrepublik unterzeichneten «Washingtoner Grundsätzen». Das Abkommen regelt den «fairen und gerechten Ausgleich» mit den früheren jüdischen Eigentümer geraubter Kulturgüter.
Zu den geraubten Schätzen, deren Weg die Ausstellung verfolgt, zählen die Porzellan- und Büchersammlung der Dresdner Familie von Klemperer, die Judaica-Sammlung des Frankfurter Kaufmanns Sigmund Nauheim oder die rund 1400 umfassende Kollektion des Amsterdamer Sammlers Jacques Goudstikker.
Dokumentiert werden auch spektakuläre Fälle, wie die Beschlagnahmung zweier Gemälde von Egon Schiele in New York, die Rückgabe und Versteigerung der «Goldenen Adele» von Gustav Klimt und der Fall des Gemäldes «Berliner Straßenszene» von Ernst Ludwig Kirchner. Die rund 600 Quadratmeter große Ausstellung wird anschließend im Jüdischen Museum Frankfurt präsentiert. (dpa)

