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Alter Saal bleibt erhalten: 

Berlin schreibt Sanierung der Staatsoper neu aus

15. Jul 2008 18:21
Bei der Sanierung der Staatsoper geht es wieder von vorne los
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Nach Einschätzung des Regierenden Bürgermeisters Klaus Wowereit widerspricht ein Komplettumbau dem Denkmalschutz. Der in einem Architekturwettbewerb siegreiche Entwurf von Klaus Roth sah einen modernen Opernsaal vor.

Nach der Absage an einen neuen Zuschauerraum für die Berliner Staatsoper Unter den Linden wird die Sanierung des gesamten Hauses neu aufgerollt. In einem neuen Verfahren soll ein Generalplaner für das auf 241 Millionen Euro bezifferte Projekt gefunden werden.

«Keiner der im Wettbewerb präsentierten Entwürfe ist in der Lage, den Denkmalschutz zu gewähren», sagte der Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) am Dienstag. Bei der neuen Ausschreibung soll auf einen Architekturwettbewerb verzichtet werden. Die Umgestaltung des Zuschauerraums soll sich eng an den vorhandenen Saal des DDR-Architekten Richard Paulick anlehnen.

Wowereit zeigt sich «überrascht»

Mit der Entscheidung des Berliner Senats ist der umstrittene Plan für einen Totalumbau des Rokoko-Raumes kein Thema mehr. Der Architekt Klaus Roth, der den Architekturwettbewerb gewonnen hatte, wollte eine völlige Beseitigung aller historischen Spuren in dem von 1952 bis 1955 nach altem Vorbild wieder aufgebauten Saal. Das Parkett sollte schräg angehoben und die Decke deutlich erhöht werden. Damit sollten die Akustik und die Sicht von etwa einem Viertel der rund 1300 Plätze deutlich besser werden.

Wowereit äußerte sich «überrascht» über das Ergebnis des Auswahlverfahrens. Auch die Entwürfe der Zweit- und Drittplatzierten hätten sich nicht an die Vorgabe gehalten, den Paulick-Saal zu erhalten. «Ich wäre nie auf den Gedanken gekommen, dass Paulick zerstört wird», sagte er. «Vielleicht war der Anspruch an die Architekten zu weit gesteckt.»

«Weise Entscheidung»

Architekturwettbewerb und Vergabeverfahren für die Gesamtsanierung hätte man möglicherweise trennen sollen. Er befürchte aber keine rechtlichen Folgen. «Wir gehen davon aus, dass wir auf der sicheren Seite sind.» Man müsse aber nun in Kauf nehmen, dass mit dem Erhalt des Saales, Akustik und Sicht «nie so optimal sein werden, wie wenn man ein neues Opernhaus baut», sagte der SPD-Politiker.

Daniel Barenboim, Generalmusikdirektor der Staatsoper, sei mit der «einvernehmlichen Lösung» einverstanden, betonte Wowereit. Auch der Vorsitzende des Fördervereins, Peter Dussmann, sei zufrieden. Der Berliner Kulturstaatssekretär André Schmitz sprach von einer «weisen Entscheidung für das historische Gedächtnis unserer Stadt».

Auch neue Bühnentechnik geplant

Der Fahrplan für den Umzug der Staatsoper während der Umbauzeit in das Schiller Theater von 2010 bis 2013 sei auch weiter gültig, sagte Stadtentwicklungssenatorin Ingeborg Junge-Reyer (SPD).

Am Montag hatten Wowereit und Kulturstaatsminister Bernd Neumann (CDU) beschlossen, das Vergabeverfahren zu kippen und neu auszuschreiben. Der Bund trägt den Löwenanteil der Umbaukosten. Neben dem Zuschauerraum soll vor allem die Bühnentechnik erneuert und ein unterirdisches Magazin gebaut werden. (dpa)

 
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