Buddhist und Kriminalist:
Autor van de Wetering gestorben
10.07.2008
Herausgeber: netzeitung.de
Tod in Maine: Janwillem van der Wetering
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Quelle: NZ Netzeitung GmbH
Der Kaufmannssohn studierte in London Philosophie, ließ sich vom Zen-Buddhismus faszinieren und reiste viel. In Amsterdam diente er bei der Polizei: In seine Romane floss all das humorvoll und spielerisch ein.
Janwillem van de Wetering ist tot. Der Krimi-Autor starb bereits am vergangenen Freitag im Alter von 77 Jahren nach langer Krankheit im US-amerikanischen Maine, wo er seit mehr als 30 Jahren lebte, teilte der Rowohlt Verlag in Hamburg mit.
Seinen weltweit größten Erfolg feierte van de Wetering mit dem Roman «Massaker in Maine» (1979), für den er 1984 den französischen Literaturpreis Grand prix de littérature policière erhielt. Neben seinen Kriminalromanen schrieb er Bücher über den Buddhismus, wie «Der leere Spiegel» (1981).
Kaufmannssohn beginnt Philosophie-StudiumVan de Wetering wurde 1931 als Sohn eines Kaufmanns in Rotterdam geboren. Auf Vermittlung seines Vaters lernte er in Südafrika das Im- und Exportgeschäft. Ende der 50er Jahre begann er in London ein Philosophie-Studium.
Fasziniert vom Zen-Buddhismus zog er sich 18 Monate lang in ein japanisches Kloster zurück. Seine Erfahrungen als Zenschüler fanden ihren Niederschlag in Büchern wie «Der leere Spiegel» oder «Ein Blick ins Nichts».
Gefallen am Ersatzdienst bei der PolizeiNach Aufenthalten in Peru, Kolumbien und Australien kehrte er 1966 nach Amsterdam zurück, um die Firma seines Vaters zu übernehmen. Statt Wehrpflicht verpflichtete er sich zu einem Freizeitdienst bei der Amsterdamer Polizei, an dem er überraschend Gefallen fand.
Zu den Helden seiner psychologischen Kriminalromane gehören der namenlose Commissaris, der von Familiensorgen geplagte Adjutant Grijpstra und der junge Brigadier de Gier, alle Mitglieder der Amsterdamer Kriminalpolizei.
Metaphysische Ideen im KrimiKritiker attestierten dem Autor immer wieder, seine «metaphysischen Ideen unaufdringlich und oft humorvoll und spielerisch mit den Strukturen der Kriminalgeschichte in Einklang» zu bringen. Zu seinem Werk gehört auch eine Kinderbuchreihe um «Stachel-Charlie» und mit Inspektor Saito eine Figur, in der Kriminalistisches und Zenbuddhistisches zusammenfließen. (dpa)