Die religiöse und politische Bedeutung der Zeitmessung erklären die Autoren anhand antiker Sonnen- und Wasseruhren sowie von Kalenderreformen. Der Zeiger der 10 vor Christus aufgestellten Sonnenuhr von Kaiser Augustus wirft heute seinen Schatten auf der Piazza Montecitorio vor dem italienischen Parlament. Ursprünglich habe er dem «kaiserlichen Selbstdarstellungsprogramm» gedient. Zudem habe er eine wichtige meteorologische Doppelfunktion erfüllt - als Zeiger einer Sonnenuhr und eines Meridians, der für die Kalenderberechnung benutzt wurde. Auf den Spuren von Goethe und Luther lässt sich Rom auf ungewöhnliche Art erkunden. Dazu gehört der «Cimitero accatolico» im Schatten der Cestius-Pyramide, wo früher Nichtkatholiken wie der Goethe-Sohn August begraben wurde. Neben neugierigen Touristen, zumeist aus Nordeuropa, trifft man dort eine von Roms größten Ansammlungen von Katzen an den Gräbern von Dichtern wie Wilhelm Waiblinger, John Keats und Percy B. Shelley.
Eine besonders spannende Geschichte hat die evangelisch-lutherische Christuskirche nahe der einst berühmten Via Veneto zu erzählen: Von der ersten evangelischen Kapelle Roms in der preußischen Gesandtschaft auf dem Kapitol und einem Krankenhaus, das zunächst für Cholerakranke errichtet wurde, die in anderen Einrichtungen Bekehrungsversuchen ausgesetzt waren. (Bettina Gabbe, epd)