Der Generaldirektor der Opernstiftung, Stefan Rosinski, erklärte, der Weggang Mussbachs könne das Symptom für eine Zukunftsentscheidung über den Kurs der Staatsoper sein. Mit seinen «ästhetischen Provokationen und Grenzüberschreitungen» habe Mussbach das Musikerbe mit der Bilderwelt unserer Zeit konfrontieren wollen. Er hoffe, dass die Staatsoper durch seinen Rückzug keinen Schaden nehmen werde. Derzeit sonnt sich die Staatsoper im künstlerischen Erfolg. So wurde am vergangenen Sonntag Wagners «Tristan und Isolde» unter Barenboims Leitung mit einer rund halbstündigen Ovation gefeiert. Dabei waren zwei internationale Spitzensänger, Waltraud Meier in der Rolle der «Isolde» und Matti Salminen als «König Marke», erst kurzfristig für erkrankte Ensemblemitglieder eingesprungen. «Wenn Künstler bereit sind, so schnell und kooperativ zu reagieren und nach Berlin zu kommen, dann geht das nur, weil die Staatsoper ein sehr hohes künstlerisches Niveau hält, das sie sich über Jahre erarbeitet hat», sagte Barenboim.
Während der Renovierung wird die marode Staatsoper von 2010 bis 2013 in das seit Jahren geschlossene Schillertheater ziehen. Wegen der geringeren Zahl der Zuschauerplätze muss die Oper mit Mindereinnahmen von 11 Millionen Euro rechnen, 7 Millionen Euro hat das Haus in Reserve.
Der 59-jährige Mussbach war seit 2003 Intendant der Staatsoper. Einen Nachfolger gebe es noch nicht, sagte ein Sprecher der Oper. Zu Mussbachs großen Erfolgen gehören die Inszenierung von Hans Werner Henzes «Phaedra» und Schönbergs »Moses und Aron« (2004). (dpa)