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netzeitung.deJelinek veröffentlicht Roman im Internet

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Schreibt im Internet: Elfriede Jelinek (Foto: dpa<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Schreibt im Internet: Elfriede Jelinek
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Quelle: NZ Netzeitung GmbH

Sie ist medienscheu, schreibt aber online: Jetzt hat die österreichische Nobeltreisträgerin Elfriede Jelinek das fast tausend Seiten starke Werk «Neid» auf ihrer Website vollendet.

Die österreichische Schriftstellerin Elfriede Jelinek hat ihren neuen Roman «Neid» im Internet vollendet. Dieses Werk der Literaturnobelpreis-Trägerin soll nur im weltweiten Netz zu lesen sein, als Buch soll es nie erscheinen, sagte eine Sprecherin des Rowohlt-Verlages. Zuvor hatte Jelinek angekündigt, dass ihr sogenannter «Privatroman» auch jederzeit wieder aus dem Internet verschwinden könne. Solange aber kann jeder den Text kostenlos ausdrucken, zitiert werden darf daraus jedoch nicht.

Die medienscheue Autorin veröffentlich seit Jahren auf ihrer Website literarische Texte, die urheberrechtlich geschützt sind. Dabei äußert sie sich auch zu aktuellen Themen, wie zuletzt zu dem Inzest-Fall von Amstetten. In dem Text «Im Verlassenen» setzt sie sich mit männlichen Allmachtfantasien, Wegschauen und dem österreichischen Harmoniebedürfnis auseinander.

Ihr neuer Roman «Neid» steht in der Tradition ihrer bisherigen nach Todsünden benannten Büchern «Lust» und «Gier». Hauptperson des umfangreichen, auf 900 Buchseiten geschätzten Werkes, ist eine ältere und von ihrem Mann verlassene Geigenlehrerin, die in einem trostlosen Ort in der Obersteiermark lebt. Die Themen des Buches reichen von Naturzerstörung über Politik bis zur Trostlosigkeit der österreichischen Provinz. «Es sind die Leib- und Magenthemen der Elfriede Jelinek», sagt Literaturkritikerin Daniela Strigl. In diesem Roman werde jedoch die Position der Autorin unverhüllt sichtbar.

Die 61-jährige Schriftstellerin wurde in der Steiermark geboren. Die immer wieder als «Skandal-Autorin» beschriebene Literatin provoziert vor allem in ihrer Heimat Österreich mit ihrer drastischen, teils obszönen Sprache und ihren Themen wie der sexuellen Ausbeutung der Frau. Sie wurde als «erbarmungslose Moralistin» bekannt, ein Bestseller wurde unter anderem ihr Roman «Lust». 2004 erhielt Jelinek den Literaturnobelpreis. (dpa)