Experten warnen vor Universität des Terrors
Jansen kritisierte, dass von Seiten der Bundesregierung nicht schon im Vorfeld eine neue gesetzliche Grundlage erarbeitet wurde. «Wir haben schon vor Wochen die Bundesjustizministerin (Brigitte Zypries/SPD) auf die sich anbahnende Problematik hingewiesen und auch aufgefordert zu handeln.» Auch die Landesinnenminister seien angeschrieben worden.
Eine schnelle Lösung sei nach seiner Ansicht aber möglich. «Da gibt es Möglichkeiten, sich an bestehender Rechtssetzung entlang zu hangeln und mit einem wirklich belastbaren Entwurf zu kommen», sagte Jansen. Die Telefonüberwachung sei schließlich auch in bestimmten Fällen gestattet. «Wir möchten natürlich nicht, dass bei jeder x- beliebigen Ermittlungsmaßnahme Polizei oder Sicherheitsbehörden dem Bürger auf den Rechner gehen», sagte Jansen. Eine Erlaubnis in bestimmten Fällen diene aber zum «Schutz der Bürger».
Zu den Folgen des Urteils sagte der BDK-Vorsitzende: «Das wird die Erfolgsaussichten in so manchem Verfahren schädigen.» Es könnten sich Beweiserhebungsverbote ergeben - mindestens für Informationen, die erst jetzt erhoben werden. Daten darüber, wie viele Online- Durchsuchungen es in den vergangenen Jahren bereits gab, habe er nicht. Er wisse aber, dass das Instrument in der Vergangenheit mit «sehr viel Augenmaß und rechtsstaatlichem Bewusstsein» eingesetzt worden sei, sagte Jansen. (nz/dpa)
