16. Feb 2005 11:27
Microsoft will seinen in Sachen Sicherheit äußerst anfälligen Browser «Internet Explorer» (IE) nun doch überarbeiten. Bereits im Sommer soll «IE7» in einer Vorabversion vorliegen.
Bislang hatte Microsoft gesagt, eine neue Internet-Explorer-Version werde erst mit der nächsten Windows-Variante «Longhorn» auf den Markt kommen. «Longhorn» soll allerdings nach zahlreichen Verschiebungen nun erst 2006 erscheinen. Laut Hachamovitch sind erste Vorabversionen von «IE7» bereits im Sommer geplant. Größere Internet Explorer-Updates gab es seit zwei Jahren nicht mehr.
Zu konkreten Details der Software äußerte sich Microsoft noch nicht. Allerdings soll das SIcherheitskonzept deutlich überarbeitet werden und an das Security-Paket «XP Service Pack 2» anknüpfen, das Microsoft kürzlich veröffentlicht hat. Hachamovitch sagte, die Wünsche der Kunden hätten den Konzern bewogen, ein Update für den Internet Explorer einzuschieben: «Wir haben zugehört.» Den Usern reiche das Service Pack 2 noch nicht aus, obwohl es die Situation bereits verbessert habe.
Microsoft will sich bei «IE7» vor allem auf das aktuelle Betriebssystem XP konzentrieren. Es sei noch unklar, ob die Software auch für Windows 2000 erscheinen werde, man höre aber «auf die große Windows-2000-Kundschaft», so Hachamovitch. Das Update stellt Beobachtern zufolge eine gewisse Trendwende dar: Bislang behauptete Microsoft immer, der Internet Explorer sei fester Bestandteil des Betriebssystems. Updates nur für diese Einzelkomponente gab es dementsprechend selten. Dies wird sich mit «IE7» ändern.
Die Web-Community reagierte auf die Ankündigung positiv, drängte den Softwarekonzern aber, sich mit «IE7» endlich an Standards zu halten. Bislang müsse man bei der Website-Gestaltung immer noch zu sehr für die Microsoft-Technik entwickeln. Microsofts Internet Explorer verlor in den letzten Monaten sichtlich an Marktanteil, nachdem der kostenlose Browser Firefox, der Standards unterstützt und technisch deutlich weiter ist, auf den Markt kam. Dennoch bleibt der IE Marktführer mit über 90 Prozent - trotz der großen Sicherheitsprobleme.