Internet Explorer hat immer noch Lücken06. Jul 2004 08:40 Microsofts jüngste Sicherheits-Aktualisierung für den löchrigen Web-Browser Internet Explorer schließt nicht alle Lücken. Das haben nun Experten festgestellt.
Microsofts Probleme mit der Sicherheit des weltweit meistverwendeten Browsers Internet Explorer (IE) nehmen kein Ende. Nachdem der Softwarekonzern am Wochenende eine Aktualisierung für das beliebte Windows-Programm veröffentlicht hatte, die alle bestehenden Löcher schließen sollte, sind nun Expertenberichte aufgetaucht, wonach dies nur teilweise stimmt.
Weitere Lücke
Wie auf der renommierten SIcherheits-Mailingliste «Full Disclosure» gemeldet wird, verhindert Microsoft zwar den Aufruf von Programmcode aus dem Internet über das so genannte «ADODB.Stream»-Objekt. Darüber war es Angreifern über Websites sehr leicht möglich, beim Surfen eigene Programme auf den Rechner des Benutzers zu überspielen, ohne dass dieser es merkte. Allerdings wurden weitere Methoden, möglicherweise gefährliche Programme aus dem Internet zu installieren, von Microsoft offengelassen - so etwa das Objekt «Shell.Application», wie es auf «Full Disclosure» hieß.
Grundproblem
Problematisch ist dies vor allem deshalb, weil Microsoft das aktuelle Grundproblem des Internet Explorers nicht gelöst hat: Das so genannte «Zonenmodell», wie das Fachblatt «c't» meldet. Demnach können sich Web-sites nach wie vor die Rechte der lokalen Zone des Benutzers erschleichen, obwohl sie eigentlich als unsicher gelten müssten. Ob auch über die «Shell.Application»-Methode trojanische Pferde so einfach wie über «ADODB.Stream» installiert werden können, ist bislang aber noch unklar.
Einfache Lösung
Bis zum Wochenende bestehende Lücken im Internet Explorer hatten es Datenschädlingen möglich gemacht, sich beim Surfen auf dem Rechner zu installieren - darunter waren auch Programme, die Bankdaten stahlen. Auf «Full Disclosure» wird unterdessen heiß debattiert, warum Microsoft die «ADODB.Stream»-Lücke nicht schon früher geschlossen hat. Die Lösung bestand in einer einfachen Umstellung eines Eintrages in der Windows-Registrierungsdatenbank, hieß es. Experten empfehlen nach wie vor die Nutzung von Alternativprogrammen zum Internet Explorer - so kann man sich etwa kostenlos den Open-Source-Browser Mozilla herunterladen.
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Für das Web ediert von Ben Schwan |