23.06.2004
Herausgeber: netzeitung.de
Network Associates, einer der wichtigsten Anti-Viren-Software-Hersteller, soll laut einem Medienbericht von Microsoft übernommen werden. Die Firma dementiert.
Einem Bericht des US-IT-Branchenblattes «CRN» zufolge plant Microsoft den Aufkauf der bedeutenden US-Virenschutz-Firma Network Associates. Das inzwischen unter dem Markennamen «McAfee» firmierende Unternehmen solle Anfang Juli übernommen werden, so «CRN» unter Berufung auf Wall Street-Kreise. Bestätigung für die Verhandlungen habe man von Partnerfirmen Network Associates' erhalten.
Einklinkbarer VirenschutzZuvor hatte es Medienberichte gegeben, wonach Microsoft plane, in das Geschäft mit Virenschutzprogrammen einzusteigen - entweder direkt oder als Dienstleister. Die neue Windows XP-Version, «Service Pack 2» (SP2), beinhaltet eine entsprechende Schnittstelle, in die sich Virenschutzprogramme einklinken können. Network Associates hatte sich zuvor «hübsch gemacht»: So wurden Nicht-Kernbereiche wie die Netzwerksicherheitssparte sowie das Verschlüsselungsgeschäft verkauft.
Microsoft hat derzeit über 50 Milliarden Dollar zur Verfügung, kann sich einen Aufkauf einer Unternehmung wie Network Associates also finanziell problemlos leisten. Das Virenschutzunternehmen setze im ersten Quartal 2004 insgesamt 217 Millionen Dollar um. Während Microsoft die Akquisespekulationen nicht kommentieren wollte, verneinte eine Network Associates-Sprecherin die Berichte inzwischen: Man diskutiere weder mit Microsoft noch mit anderen Firmen einen Aufkauf.
Interessantes GeschäftsfeldMicrosoft hatte vor einem Jahr einen kleinen Virenschutzdienstleister aus Osteuropa übernommen, dessen Technik auch für Desinfektionsprogramme gegen Datenschädlinge wie «Sasser» oder «Blaster» genutzt. Das Virenschutzgeschäft gilt als großer Wachstumsmarkt - immer mehr Schädlinge bedrohen die Nutzer. Die bislang gefährlichsten Viren- und Würmer-Attacken galten zumeist Microsofts Betriebssystem Windows.