22. Jun 2004 08:54
Der Schutz vor Viren- und Spammails hat seinen Preis: Nach aktuellen Zahlen des Verbandes der deutschen Internet-Wirtschaft wird jede fünfte legitime Mail blockiert.
Jede fünfe E-Mail, die Nutzer und Unternehmen in Deutschland verschicken, bleibt in einem Spam- oder Virenfilter hängen - obwohl sie weder Spam noch Viren enthält. Diese Zahl gab nun der Verband der deutschen Internetwirtschaft, eco e.V., als Ergebnis einer Untersuchung seines Arbeitskreises Online-Marketing an. «Die riesigen Müllschlucker im Cyberspace arbeiten zu ungenau», meinte Torsten Schwarz, Leiter des eco-Arbeitskreises, am Montag. Seinen Angaben zufolge erreichten immer mehr angeforderte Informationen, Aufträge oder gar bezahlte Newsletter ihre Empfänger nicht, weil die elektronische Post fälschlicherweise von Filtern aufgehalten werde. 20 Prozent aller Mails gingen so verloren.
Der eco-Verband warnte dass diese Zahl in den nächsten Jahren auf 50 Prozent steigen könnte, käme es nicht zu einer verbesserten Justage der Filter. Schwarz fürchtet gar um die Zukunft des Kommunikationsmittels E-Mail. Der Einsatz der Filter wird aber wohl kaum abnehmen: Bei schätzungsweise 50 bis 75 Prozent Spam-Anteil an allen Mails sind die virtuellen Torwächter dringend notwendig.Am stärksten betroffen von ausgefilterten Mails sind Unternehmen, die beispielsweise Internet-Newsletter verschicken, die ein Nutzer explizit angefordert hat. Mindestens 30 Prozent dieser Mail-Art blieben in Spamblockern hängen, so der eco. Allerdings lässt sich hier etwas tun - verwendet der Absender viel benutzte Spam-Begriffe wie «Gewinnspiel» oder «gratis» nicht, sei schon viel auszurichten.
Problematisch bleiben auch E-Mails im HTML-Format, viele Links und eingebettete Bilder. Wer Newsletter verschickt, sollte daher lieber auf «Plain Text», also reinen Text, setzen. Erste Anbieter nutzen bereits absichtlich falsch geschriebene Worte, um durch Spamfilter durchzukommen.Vom Filterproblem betroffen sind aber auch reguläre Anwender, die multimedial angehauchte Mails versenden oder gerne Links an ihre Freunde verschicken. Abhilfe schaffen «selbstlernende» Spamfilter auf der Empfängerseite und das kurze Überfliegen des Spam-Ordners, den viele E-Mail-Dienstleister anbieten. Seinen Ruf der Verlässlichkeit hat das Medium E-Mail inzwischen aber eingebüßt.