Online-Betrug verursacht Milliardenschäden
17. Jun 2004 09:56
Amerikanische Internet-Nutzer haben im letzten Jahr 2,4 Milliarden Dollar durch Online-Betrüger verloren. Die größte Gefahr stellt der Diebstahl von Bank- und Kreditkartendaten dar.
Knapp zwei Millionen US-Bürger wurden im letzen Jahr Opfer von Internet-Betrug. Das ergab eine Studie des amerikanische Marktforschungsunternehmens Gartner. Laut der Untersuchung lag der durchschnittliche Verlust der Betrugsopfer bei 1200 Dollar, was einen Gesamtschaden von fast 2,4 Milliarden Dollar ergibt. Gartner errechnete diese Ergebnisse aus einer Befragung von 5000 repräsentativ ausgewählten Amerikanern. Ein Großteil der Betrügereien beruht auf dem Diebstahl von Zugangsdaten zu Online-Accounts bei Banken.
Spyware durch Popups
Am einfachsten gelangen Hacker durch «Phishing» und «Keylogging» an die brisanten Daten. Bei den Phishing-Attacken erhält ein Bankkunde eine E-Mail, die aussieht als wäre sie von seinem Geldinstitut. Über einen gefälschten Link in der Mail wird der Empfänger zu einer Website geführt, die aussieht, als gehöre sie der Bank. Dort werden dem Benutzer dann Passwörter, Kontonummern und Benutzernamen entlockt. Keylogging-Software übermittelt in Webformulare eingegebene Account-Daten an Cyberbetrüger. Schon durch das Klicken auf eine Popup-Anzeige kann ein User unwissentlich solche Spyware runterladen.
Haustier als Identifikation
Laut Gartner könnten nur verschärfte Sicherheitsmaßnahmen bei Banken und Kreditkarteninstituten die Betrügereien eindämmen. Bis die Unternehmen so weit sind, sei die «Shared Secret»-Methode eine relativ sichere Lösung zur Kontrolle von Online- und Telefon-Banking. Dabei werden mehrere Antworten zu selbst gewählten Fragen, wie «Name eines geliebten Haustiers» gespeichert und abwechselnd beim Zugang zum Online-Konto abgefragt, so dass Online-Verbrecher durch ein erschlichenes Passwortes noch keinen Zugang erhalten können.
Plumper Kreditkartenbetrug auf Platz 2
Gartner hat insgesamt fünf Verbrechensformen untersucht: Den Betrug über neue Konten, Scheckbetrug, illegalen Zugang zu Scheck-Konten, illegale Kreditkarten-Transaktionen und illegales Abheben von Barbeträgen über Kreditkarten. Der unauthorisierte Zugang zu Konten wuchs in den letzten 12 Monaten am schnellsten. Fast die Hälfte (44 Prozent) aller gemeldeten Fälle bezog sich darauf, verglichen mit 34 Prozent illegaler Kreditkartendelikte, bei denen zumeist einfach mit einer gestohlenen Kreditkarte eingekauft wird.
Für das Web ediert von Julia Niemann