Autor des «Randex»-Wurms angeklagt
27.05.2004
Herausgeber: netzeitung.de
Einen gefährlichen Wurm namens «Randex» gibt es in zwanzig Versionen im Netz. Der Autor des Datenschädlings, ein 16-jähriger Kanadier, wurde nun angeklagt.
Ein 16-jähriger Jugendlicher aus der Nähe von Toronto ist wegen des Verdachtes der Computerkriminalität angeklagt worden. Der Junge soll Urheber des so genannte «Randex»-Wurms sein, der seit dem vergangenen November in inzwischen mehr als 20 Varianten kursiert und Windows-Rechner befällt.
Fernlenkbar«Randex» gilt als gefährlich, weil er fernlenkbar ist - der über Netzwerkfreigaben verbreitete Wurm kann sich zu ganzen Netzen infizierter Maschinen zusammenschließen. Laut einem Bericht der Fachzeitschrift «c't» diente der Wurm unter anderem dem Spam-Versand sowie dem Ausspionieren von Spiele-Freischaltcodes, soll womöglich gar «gewerblich» genutzt worden sein, um Werbemüll gegen Gebühr zu verschicken. Infizierte Rechner werden zu so genannten «Spam-Zombies».
NetzwerkattackenDie kanadischen Polizei spricht davon, dass «Randex» bis zu 9000 Maschinen befiel, kurz nachdem der Wurm erstmals im vergangenen Jahr auftauchte. Wieviele Rechner insgesamt betroffen sind, ist unklar. Der «Randex»-Wurm ließ sich über das Chatnetzwerk IRC fernsteuern und konnte auch große Netzwerkattacken, so genannte «Distributed Denial of Service Attacks», durchführen.
«Phatbot»-ÄhnlichkeitenDer 16-Jährige ist der Autorschaft und Verbreitung von «Randex» angeklagt, ob er direkt von dem Wurm profitierte oder diesen an andere «vermietete», wurde nicht bekannt.
«Randex» gilt als einer der fortschrittlichsten Würmer, die derzeit kursieren. «Phatbot», ein ähnlich operierender Datenschädling, wurde nach Deutschland zurückverfolgt - hier läuft eine Klage gegen einen Mann aus Baden-Württemberg sowie Komplizen in anderen Bundesländern.