Videospiel «Metroid Prime Trilogy»: 

netzeitung.deRumkugeln in riesigen Welten

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Szene aus 'Metroid Prime Trilogy' (Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Szene aus 'Metroid Prime Trilogy'
Quelle: NZ Netzeitung GmbH

Ein Videospielklassiker hat seinen Weg in die digitale Moderne gefunden: Mit der «Metroid Prime Trilogy» kann nun ein Großteil des Old-School-Actiongames «Metroid» auf der Wii gespielt werden. Maik Söhler ist angetan.

Vom GameCube, dem aus heutiger Sicht ach so plumpen Vorläufer der Wii, und teilweise auch vom Gameboy und dem Nintendo DS ist Metroid kaum wegzudenken. 1986 kam das erste Spiel der Serie auf den Markt, bis heute gefolgt von fast einem Dutzend Ergänzungen, Erweiterungen, Updates, Neufassungen, anfangs zwei-, später dreidimensional. Die beliebte und gut verkaufte Vidseospielserie scheint kein Ende zu kennen: Für 2010 ist «Metroid – Other M» angekündigt.

Aber greifen wir nicht voraus und bleiben in der Gegenwart: Mit der «Metroid Prime Trilogy» wurde nun für Nintendos Wii ein guter Teil des «Metroid»-Spieleuniversums aus den frühen und mittleren nuller Jahren zugänglich gemacht. Der aus einer gelungenen Mischung von Action-, Shooter- und Adventure-Elementen gespeiste Spaß am Game bleibt erhalten, auch grafisch gibt es nicht viel zu meckern.

Und doch ist man beim Spielen manchmal ein wenig enttäuscht. Das liegt allein daran, dass der Bewegungungssteuerung der Wii nur wenig abverlangt wird. Gespielt wird mit Wiimote und Nunchuk, die Tastenbelegung ist anfangs ungewohnt, mit der Zeit aber merkt man, dass sie sinnvoll gewählt wurde.

Das Erfassen eines Ziels und das Abfeuern des Beams wird vom Sensor unterstützt, der Arm wird also zur Waffe (und gleichzeitig zur Kamera), ansonsten bleibt die Bewegung weitgehend auf die Finger beschränkt. Da hätte man mehr machen können – vor allem beim Springen und in so manchem Rätsel.

Rumkugeln
Umgekehrt ist es vielleicht ganz gut so, dass nicht alle Bewegungen der Spielfigur dem Bewegungssensor folgen. Wo es eng wird, kann der Spieler die Protagonistin Samus Aran in einen «Morph Ball» verwandeln. Sie kugelt dann durch schmale Gänge und in Auffangbehälter, das heimische Wohnzimmer könnte großen Schaden nehmen, wenn statt eines Knopfdrucks echte Purzelbäume verlangt würden.

Wer «Metroid Prime Trilogy» auf ein aufgemotztes Action-Spektakel reduziert, wird dem Spiel nicht gerecht. Ja: Rätsel wollen gelöst, Monster gekillt, Gegenstände gescannt und sinnvoll benutzt, mutierte Gestalten bestaunt und gejagt werden. Im Vordergrund steht jedoch das Erforschen und Durchstöbern einer wunderbar großen Spielwelt.

Denken ist mehr gefragt als schnelles Handeln, Umsicht schlägt den hastigen Blick des Monstermetzlers, beim Spielen wird viel Adrenalin ausgeschüttet, erzeugt von einer angenehm düsteren Atmosphäre und nicht - wie bei so vielen anderen Spielen - von ohrenbetäubendem Gebrüll völlig überzeichneter Viecher mit Waffenarsenalen groß wie Planeten.

Chozo, Metroids, Weltraumpiraten
Wer die «Metroid»-Serie ganz oder teilweise kennt, kommt an dieser abwechslungsreichen und intelligenten Trilogie nicht vorbei. Wer sie kennenlernen will, findet darin einen guten Einstieg ins Universum der Chozo, Metroids, Weltraumpiraten und Co.

Und zu noch etwas ist «Metroid Prime Trilogy» gut: Das Game dient als Gradmesser für die vielen Action-, Shooter- und Strategie-Neuerscheinungen, die in den nächsten Tagen und Wochen pünktlich zum Weihnachtsgeschäft in die Läden kommen. Es wird Spiele geben, die besser sein werden als diese altehrwürdige Trilogie im neuen Gewand. Viele werden es nicht sein.

Metroid Prime Trilogy: Nintendo, September 2009, um die 40 Euro.