PC-Spiel «Radsport Manager 2009»: 

netzeitung.deÜberraschung! Tour de France ohne Doping

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PC-Spiel «Radsport Manager 2009» 

Lupe Überraschung! Tour de France ohne Doping

Der nun neu aufgelegte «Radsport Manager» zeigt, dass die Tour de France auch ohne verbotene Stimulanzien zu bewältigen ist. Dafür muss der Fahrer nicht mal aufs Rad steigen, sondern nur den PC starten.

Garantiert frei von Doping ist die virtuelle Tour de France mit dem Radsport-Manager der französischen Entwicklerfirma Cyanide. Wenn der Arzt zum Sportler kommt, dann nur, weil dieser sich beim Sturz den Arm aufgeschürft hat.

Das Spiel für den Windows-PC ist gleichzeitig Management-Simulation, digitaler Rennsport und Info-Paket zur diesjährigen Tour de France. Die 3D-Strecken des Spiels bilden alle Etappen ab, angefangen vom Einzelzeitfahren in Monaco bis zur Zielankunft am 26. Juli in Paris.

Zu jeder Etappe gibt es Basisinformationen wie das Streckenprofil mit den Sprint- und Bergwertungen. Der Kommentator gibt die jeweils passenden Einordnungen: «Heute sind die Fahrer gedanklich schon in den Pyrenäen.» Das Spiel kennt alle offiziellen Rennteams mit ihren aktuellen Fahrern. Nur vereinzelt sind Namen von Rennfahrern offenbar wegen fehlender Rechte falsch geschrieben.

Fahrer kaufen, Sponsoren gewinnen
Jeder Sportler hat unterschiedliche Stärken, kenntlich gemacht mit einer Punktewertung in Kategorien wie Berg, Sprint oder Kopfsteinpflaster. Beim Management des eigenen Rennstalls muss sich der Blick aber auch auf die Fahrergehälter richten. Wenn man einen Levi Leipheimer engagieren will, muss man sehr viel tiefer in die Tasche greifen als für den relativ unbekannten Thomas Bertolini.

Ist das eigene Team komplett, geht es für die Sportler ins Training, für den Manager ans Werben um die Sponsoren. Das Management ist eingespannt in E-Mails und Ereignisse wie Rennen. Das geht ganz unspektakulär los mit einer australischen Meisterschaft. Aber dort gibt es schließlich Prämien zu gewinnen, auch wenn diese bei Temperaturen von 40 Grad mit schweißtreibender Arbeit verbunden sind.

Hübsches Zusammenspiel von Peloton und Landschaft
Die Steuerung der Fahrer im Rennen erlernen Anfänger erst nach einiger Zeit, da es kein Tutorial gibt. Mit dem Mausrad kann man sich durch alle Fahrer hangeln. Den eigenen Radrennfahrern kann man richtig Dampf machen, mit einem Schieberegler für die Leistung und mehreren Icons für bestimmte Verhaltensweisen wie Angriff. Für kurze Zeit steigt der Puls auf 190, aber dann muss man dem Fahrer auch wieder etwas Ruhe gönnen.

Die vom Computer gesteuerten Kontrahenten haben ebenfalls einiges in den Beinen, so dass es in einer Ausreißergruppe auf die richtige Taktik ankommt. Der kleinste Fehler wird bestraft, so dass der eigene Fahrer mit hängender Zunge als letzter durchs Ziel fährt. Hat man einen größeren Kader zu steuern, ist es gar nicht so einfach, allen die sinnvollen Befehle zu geben. Anweisungen für die Mannschaftstaktik sucht man auch in der neuen Version vergeblich. Die Rennen sind etwas für Genießer. Zwar ist die Grafik eher durchschnittlich, aber unterschiedliche Kameraperspektiven vermitteln ein hübsches Zusammenspiel von Peloton und Landschaft.

Komplizierte Menüführung
Wer die Zieleinfahrt nicht erwarten kann, beschleunigt den Rennablauf auf doppelte, vierfache oder achtfache Geschwindigkeit. Das Rennsport-Management erfordert eine Disziplin, die wahrscheinlich nur eingefleischte Freunde dieses Genres aufbringen können.

Das liegt auch an der mitunter etwas komplizierten Menüführung. Wer die kurze Radsport-Abwechslung für zwischendurch sucht, wählt ein Einzelrennen aus. Neu mit dabei ist die Vuelta in Spanien. Ansonsten finden sich unter den insgesamt 180 verschiedenen Wettbewerben mit 720 Etappen auch zahlreiche Klassiker wie Paris - Nizza, Mailand - San Remo oder die Rundfahrt Dauphiné Libre.

Der erste Radsport-Manager erschien bereits 2001. Seitdem wurde er jedes Jahr neu überarbeitet. Die Version 2009, veröffentlicht von Focus Home Interactive und vertrieben von Koch Media zum Preis von 39,90 Euro, legt 5,4 Gigabyte an Daten auf der Festplatte ab, Zudem muss nach der Installation gleich der erste Patch mit 157 MB heruntergeladen werden. Der Prozessor sollte eine Taktrate von mindestens 2,8 Gigahertz haben, die Grafikkarte sollte wenigstens eine Geforce 6600 oder eine Radeon X1800 sein. Neben der PC-Version gibt es das Spiel auch für die PSP. (Peter Zschunke/AP)