Neues Online-Multiplayer-Spiel: 

netzeitung.deWo Ritter auch mal die Beine hochlegen

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Wann sie wohl unter 'Killerspiel'-Verdacht geraten? Kämpfer aus 'Runes of Magic' (Foto: dpa <br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Wann sie wohl unter 'Killerspiel'-Verdacht geraten? Kämpfer aus 'Runes of Magic'
Foto: dpa
Quelle: NZ Netzeitung GmbH

Das nun gestartete Fantasy-Game «Runes of Magic» will dem Marktführer World of Warcraft kostenlos Konkurrenz machen. Dabei setzt es auf den Verkauf von In-Game-Objekten, heulende Dämonen und mehr als 1000 Aufgaben.

Mit mehr als elf Millionen Spielern ist World of Warcraft (WoW) das bisher erfolgreichste Online-Game. Jetzt gibt es nach dreijähriger Entwicklungszeit eine Konkurrenz, die mit einem neuen Konzept an den Start geht: Runes of Magic wird kostenlos verteilt und kennt auch keine monatlichen Spielgebühren. Einnahmen werden nur aus dem Verkauf von Objekten erzielt, die in dem Spiel eingesetzt werden.

«Das können dekorative Gegenstände für die Spielerwohnung sein, temporäre Booster-Pakete oder Teleport-Steine für die schnelle Fortbewegung», erklärt Axel Schmidt von der deutschen Vertriebsfirma Frogster. Gekauft werden diese Objekte innerhalb des Spiels mit Hilfe von «Diamanten», die in einem realen Online-Shop eingekauft werden. Grundsätzlich soll man sich mit diesen Objekten aber keine Vorteile im Spiel verschaffen können, damit die Voraussetzungen für alle gleich sind - es gebe lediglich zusätzlichen Spielkomfort, erklärt Schmidt.

Zum Start des Online-Spiels haben sich 700.000 Fantasy-Fans angemeldet, wobei Deutschland nach Angaben Schmidts die aktivste Community stellt. Gespielt wird auf neun Servern, selbst an einem Montagvormittag waren zwei davon schon voll. Bevor man in die Welt von «Runes of Magic» einsteigt, muss man sich einen eigenen Charakter erstellen. Hier kann man sich zwischen einer männlichen oder einer weiblichen Figur entscheiden, die einer von sechs «Klassen» angehört: Krieger, Kundschafter, Schurke, Magier, Priester oder Ritter.

Die Kleidung richtet sich zunächst nach dieser Wahl, körperliche Details wie Frisur, Haarfarbe oder die Mächtigkeit des Brustkorbs werden mit einem Schieberegler nach dem persönlichen Geschmack bestimmt.

Heulende Dämonen
Die Steuerung des Spiels wird in einem Tutorial erklärt, das man schnell überspringt, weil es so einfach ist: Ein Doppelklick mit der Maus lässt die eigene Spielfigur zu diesem Ort laufen, alternativ ist die Steuerung mit den WASD-Tasten der Tastatur möglich. Mit der Maus wird auch die Kamera für das 3D-Spiel sowie die Kommunikation mit Mitspielern oder die computerbestimmten Figuren gesteuert. Chat-Fenster, Minikarte und Aktionsleiste erschließen sich ebenfalls von selbst.

Dann geht es hinein in die mystische Welt von Taborea. Erste Station ist die Pioniersiedlung im Land der «Heulenden Berge», einem von acht klangvoll benannten Kontinenten - weitere sollen folgen. Die «Heulenden Berge» heißen so, weil hier «vor kurzem noch Horden niederer Dämonen» herrschten, «deren Schreie jede Nacht durch die Täler hallten». Zunächst einmal trifft man hier nur auf harmlose Pilzgestalten, Jungwölfe und kleine Bären.

Mehr als 1.000 Quests
Zu den ersten Aufgaben gehören die Erschließung von Rohstoffen für ein eigenes Handwerk und die Auslieferung von Waren. Daneben kann man schon mal Kontakt mit Mitspielern aufnehmen - neben Deutsch spricht man vor allem Englisch und Französisch. Auf dem nächsten Kontinent warten eine verlassene Abtei und allerlei Dämonen, ehe es in die Stadt Varanas geht. Dort befindet sich eine große Kathedrale mit Bibliotheken für die Fortbildung.

Erst wenn man genug Erfahrungspunkte erreicht hat, kann man in die nächste Stufe aufsteigen. Das bedeutet vor allem, dass die Quests genannten Aufgaben des Spiels alle brav absolviert werden. Bereits zum Start gibt es mehr als 1.000 Quests im Spiel, von denen sich einige nur in der Gruppe lösen lassen - wie WoW laden auch die Runes of Magic zur Gildenbildung ein. Zusätzlich wird hier aber auch das Heimchen am Herd angesprochen: Wenn der Ritter oder die Priesterin müde sind vom Umherschweifen, können sie ihr eigenes virtuelles Zuhause einrichten. Im Item-Shop gibt es einiges für die Ausstattung, etwa einen Kleiderständer, um die Berufsklamotten anständig aufzuhängen.

Nerviges Patchen soll verbessert werden
Das Spiel kann man kostenlos herunterladen oder in einem Paket zum Preis von 9,95 Euro kaufen. Da ist dann ein ausführliches Handbuch, eine Karte der Taborea-Welt und ein Online-Goodie mit drin: Ein für begrenzte Zeit verwendbares Schlachtross soll Lust machen auf das Einkaufen von In-Game-Objekten.

Allerdings muss man auch bei der Installation von der DVD erst einmal viel Geduld beim Patchen haben: Mehrmals beginnt der Vorgang von Neuem, so dass einige Spieler schon vermuten, dass sich das Online-Update in einer Endlosschleife aufgehängt hat. Für diesen Patch-Vorgang sei eine neue Software geplant, um das Update übersichtlicher zu machen, erklärt Schmidt.

Entwickelt wurde das für Jugendliche ab zwölf Jahren freigegebene Spiel vom taiwanischen Unternehmen Runewaker Entertainment. Damit es nicht langweilig wird, soll es alle vier bis fünf Monate Updates mit Erweiterungen geben. Das Spiel läuft unter Windows (ab XP) und benötigt einen PC mit einem Prozessor ab zwei Gigahertz und einer Grafikkarte mit mindestens 128 MB Speicher und Unterstützung für DirectX 9.0c. Auf der Festplatte werden 3,6 Gigabyte an Daten abgelegt. (Peter Zschunke/AP)