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Fingerabdruck-Kopien: 

Scanner-Hersteller zollt Computer-Club Respekt

31. Mrz 2008 16:14
Scanner
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Fingerabdruck-Scanner kann man leicht täuschen. Nicht nur die Hautlinien, auch Temperatur oder Feuchtigkeit lassen sich den Lesegeräten vorgaukeln. Doch es gibt Lösungen.

Als er den Fingerabdruck des Bundesinnenministers veröffentlichte, kündigte der Chaos Computer Club ein «biometrisches Sammelalbum für die Fingerabdrücke schnüffelfreudiger Politiker» an. Wolfgang Schäuble soll also nicht der letzte sein, dessen Fingerabdruck in Umlauf kommt, nachgeformt mit gewöhnlichem Holzleim. Die Technik dafür ist vergleichsweise simpel, die Materialien weitgehend haushaltsüblich: Eine Plastikkappe, Sekundenkleber, ein Scanner, ein Laserdrucker – mehr braucht es nicht, um einen Fingerabdruck so zu kopieren, dass ein gewöhnlicher Fingerabdruckscanner das Holzleim-Double akzeptiert.

Selbst Hersteller von Scannern machen sich Sorgen. «Hut ab, das ist eine gefährliche Angriffsmethode», erkennt Günther Mull, Geschäftsführer des Hamburger Scanner-Herstellers Dermalog, im Gespräch mit der Netzeitung den Kopier-Erfolg des Clubs an. Zwar sei es nicht ganz so einfach und nicht so schnell machbar, wie es der Computer-Club schildere, «aber es ist machbar».

Denn Scanner, die nur die Papillen - die feinen Linien der Fingerkuppe - auswerten, sind mit der beschriebenen Methode leicht zu überlisten. Sicherer sind dagegen Lesegeräte, die sich auch dafür interessieren, ob tatsächlich die Haut des Zugang Begehrenden auf ihnen zu liegen kommt und nicht irgendein künstlicher Stoff. Manche Scanner messen dazu den elektrischen Widerstand des aufliegenden Stoffes, die Temperatur oder die Feuchtigkeit. Wirklich sicher ist das nicht, denn diese Werte lassen sich den Scannern auch leicht vorgaukeln.

Dermalog wirbt für ein jüngst auf der Computermesse Cebit vorgestelltes, vom zuständigen Bundesamt zertifiziertes Lesegerät, das weniger leicht zu täuschen sein soll. «Wir arbeiten mit einem optischen Verfahren, das bestimmte Eigenschaften der Haut beziehungsweise des aufliegenden Stoffes analysiert», sagt Mull. Damit sei Dermalog derzeit der einzige Hersteller, der die Holzleim-Methode abwehren könne.


 
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