Neue Sicherheits-Software:
Dubiose Programme landen im Sandkasten
01.07.2009
Herausgeber: netzeitung.de
Gefahren schleichen sich aus dem Internet an, ohne dass man etwas ahnt
Foto: dpa
Quelle: NZ Netzeitung GmbH
Suspekte Programme kommen bei der neuen Version der Kaspersky-Sicherheitssoftware in Quarantäne. Zudem ist das Programm übersichtlicher als der Vorgänger.
Um den wachsenden und sich ständig verändernden Gefahren im Internet etwas entgegenzusetzen, suchen die Hersteller von Sicherheits-Software immer wieder nach neuen Wegen. Kaspersky Lab bietet in der jetzt erschienenen Version 2010 seiner Programme an, alles, was unsicher sein könnte, zuerst einmal in den Sandkasten zu schicken.
In dieser Sandbox mit der Bezeichnung Kaspersky Safe Run können Programme hineingepackt werden, die suspekt erscheinen. Auch der Browser kann in diese gesicherte Umgebung geschickt werden, so dass kein Eingriff in systemrelevante Einstellungen und auch kein Zugriff auf Daten des Anwenders möglich ist. Wenn der Internet-Browser in diesem Safe-Run-Modus läuft, sollen auch infizierte Webseiten keine Gefahr darstellen.
Angenehm im HintergrundDem mit der Vorgängerversion vertrauten Nutzer fällt positiv auf, dass es deutlich weniger Nachfragen von Seiten der Software gibt, was sie mit einem Programm oder einer gerade aufgerufenen Datei anfangen soll. Das Sicherheitsprogramm hält sich angenehm im Hintergrund.
Aufgeräumt wurde die Benutzeroberfläche, auf der sich auch Laien zurechtfinden dürften. Wenn der Sicherheitszustand des Rechners als kritisch eingestuft wird, lässt sich dieses Problem mit einem Knopfdruck erledigen - oft liegt das nur daran, das man schon längere Zeit keinen Viren-Scan gemacht hat. Erfahrene Anwender erreichen aber auch weiter mit wenigen Mausklicks alle Stellen, um genauere Einstellungen vorzunehmen.
Ein URL-Advisor kennzeichnet Internet-Adressen je nach ihrer potenziellen Gefährlichkeit farbig und warnt so den Nutzer, dich dort weiter aufzuhalten. Für den Einkauf im Internet und die Eingabe von Pin- und Tan-Codes beim Online-Banking gibt es eine virtuelle Tastatur.
Sicherheits-Netzwerk für UpdatesBislang unbekannten Gefahren will das «Kaspersky Security Network/Urgent Detection System» entgegentreten. Anwender können sich dazu freiwillig an einem Sicherheits-Netzwerk beteiligen, das verdächtige Software unter die Lupe nimmt. Falls sich die Software tatsächlich als böswillig erweist, erhalten die Netzwerk-Mitglieder sofort ein Sicherheits-Update.
Die Kaspersky Sicherheitsprogramme laufen auf Windows-Rechnern mit XP Home (Service Pack 2) oder Professional sowie den 32- und 64-Bit-Versionen von Windows Vista. Die einfachste Version ist Kaspersky Anti-Virus, das 29,95 Euro kostet, das umfassendere Internet Security 2010 kostet 39,95 Euro. (Klaus Gürtler, AP)