05.09.2005
Herausgeber: netzeitung.de
Damhirsche in einem Wildgehege
Foto: dpa
Quelle: NZ Netzeitung GmbH
Die größte bekannte Hirschart starb vor mehr als 8000 Jahren aus. Jetzt haben Genetiker die nächsten lebenden Verwandten identifiziert.
Der ausgestorbene Riesenhirsch Megaloceros giganteus wurde bislang der Verwandtschaft des Rothirsches zugeordnet. Jetzt haben Genetiker dem Riesen unter den Hirschen einen neuen Platz im Stammbaum zugeordnet.
Halbe PortionenForscher um Adrian Lister vom britischen
University College in London haben Erbgutproben vom Riesenhirsch mit DNS von lebenden Hirscharten verglichen. Die DNS der ausgestorbenen Art gewannen die Forscher aus rund 13.000 Jahre alten Knochen, die in Irland entdeckt worden waren sowie etwa 8500 Jahre alten Fundstücken aus Sibirien.
Wie die Wissenschaftler in einer Online-Veröffentlichung des Magazins «Nature» berichten, ist der Damhirsch Dama dama der nächste lebende Verwandte der eiszeitlichen Riesen. Die Tiere sind mit einer Schulterhöhe von etwas mehr als einem Meter deutlich kleiner als Riesenhirsche, die zwei Meter Schulterhöhe erreichten. Der genetische Vergleich belegt jedoch die Nähe im Stammbaum, sagen die Forscher.
Auch das flächige Geweih der Damhirsche ist dem des Riesenhirsches ähnlich. In dessen Größe ist die Gattung
Megaloceros jedoch unübertroffen. Das Geweih der männlichen Riesenhirsche erreichte eine Spannweite von 3,5 Metern.
Damhirsche kommen heute fast überall in Europa vor, auch in Deutschland. Ursprünglich stammt die Art aus dem Mittelmeerraum und Kleinasien. Nach Deutschland wurde sie bereits im Mittelalter eingeführt.