02. Apr 2008 11:48
Der Prozessor-Hersteller glaubt, gleichzeitig eine Revolution auslösen und in einen neuen Markt einsteigen zu können. Der Start der Intel-Chips für mobile Geräte sei ein «historischer Tag», sagte ein Konzern-Manager.
Mit seiner Initiative versucht Intel, die Vorherrschaft von konkurrierenden Chip-Architekturen im Mobil-Sektor zu brechen. So setzen Apple («iPhone») und Nokia («N810») bei ihren ultra-mobilen Internetgeräten bislang Mikroprozessoren der britischen Chip-Konstrukteure ARM ein, die auf das Design von energiesparenden Prozessoren spezialisiert sind. In Fachkreisen wird aber schon seit längerer Zeit darüber spekuliert, ob Apple mit einer künftigen Generation des iPhone nicht auf die Intel-Architektur umsteigen und Atom-Chips einsetzen wird. Eine neue Version des Atom-Prozessors, die Ende 2009 erwartet wird, richtet sich besonders an die Hersteller von Mobiltelefonen.Anand Chandrasekher, Chef der «Ultra Mobility Group», sagte, mit den bislang verfügbaren Smartphones und mobilen Online-Geräten sei der Zugriff auf das Internet kaum möglich gewesen. Dies werde sich aber nun ändern. Der Start der neuen Atom-Chips sei ein «historischer Tag» für Intel und die High-Tech-Industrie. «Wir verändern den Weg, auf dem die Verbraucher auf das World Wide Web zugreifen.»
Mit der Atom-Chipfamilie unternimmt Intel den zweiten Anlauf, im Mobilmarkt Fuß zu fassen. Im Jahr 2006 hatte der weltgrößte Chip-Produzent seine X-Scale-Technology für 600 Millionen Dollar (390 Mio. Euro) an das kalifornische Unternehmen Marvell Technology Group verkauft. Intel erwartet nun, dass der Markt für «Mobile Internet Devices» bis zum Jahr 2011 auf ein Volumen von 40 Milliarden Dollar im Jahr anwachsen wird.
Der Atom-Chip ist der bislang kleinste Mikroprozessor von Intel. Auf dem 25 Quadratmillimeter kleinen Bauteil wurden mehr als 47 Millionen Transistoren untergebracht. Je nach Taktfrequenz verbraucht ein Atom-Prozessor zwischen 0,6 und 2,4 Watt. (dpa)