Nur Geheimnummern sollten geändert werden: 

netzeitung.deDatenschützer beruhigt T-Mobile-Kunden

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38 Millionen Handy-Nutzer telefonieren mit T-Mobile (Foto: dpa<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe 38 Millionen Handy-Nutzer telefonieren mit T-Mobile
Foto: dpa
Quelle: NZ Netzeitung GmbH

Der Skandal um gestohlene Nummern bei der Telekom schürt bei Kunden die Angst vor Daten-Missbrauch. Jetzt schnell den Handy-Anbieter zu wechseln nützt allerdings wenig, rät ein Sicherheitsexperte.

Wegen der 17 Millionen entwendeten Telefonnummern sollten Handy-Kunden der Deutschen Telekom nach Expertenansicht nicht übereilt den Anbieter wechseln. «Eine Panik-Reaktion hat jetzt überhaupt gar keinen Sinn», sagte Schleswig- Holsteins Datenschutzbeauftragter Thilo Weichert in Kiel. «Das kann bei jedem anderem Provider auch passieren.» Weichert fügte hinzu: «Nun müssen erst einmal die Hintergründe geklärt werden.»

Wer aus Sicherheitsgründen mit einer Geheimnummer geführt worden sei, solle diese jetzt aber besser ändern. Am Samstag hatte die Deutsche Telekom einen «Spiegel»- Bericht bestätigt, wonach ihrer Mobilfunksparte T-Mobile vor gut zwei Jahren mehr als 17 Millionen Kundenstammdaten entwendet worden sind.
Leck bei Sicherheitsbehörden vermutet
«Ich gehe davon aus, dass die Telekom aus den Daten-Lecks vor zwei Jahren Konsequenzen gezogen hat», sagte der Datenschutzbeauftragte weiter. Große Unternehmen wie Mobilfunk-Firmen seien für Datenklau besonders anfällig.

Neben der Gefahr eines Diebstahls durch eigene Mitarbeiter gebe es eine weitere Möglichkeit: «Wir Datenschützer haben seit Jahren die Befürchtung, dass ein Leck in der Übermittlung von Daten an Sicherheitsbehörden auftreten kann.» Es sei mit Hacker-Angriffen und Datenmissbrauch zu rechnen.

Mehr Personal nötig
Gesetzliche Bestimmungen, die den Einsatz etwa von digitalen Markern für die Rückverfolgbarkeit von Daten vorsehen, gebe es schon längst. Wer sich an die Vorschriften halte, könne inzwischen auch bemerken, wenn ein Mitarbeiter sich Zugriff zu größeren Datensätzen verschaffe.

Die Defizite lägen eher in der Umsetzung, kritisierte der Experte. Weichert sprach sich dafür aus, die Einhaltung der Bestimmungen in den Unternehmen schärfer zu überwachen. «Der Datenschutz ist finanziell und personell viel zu schlecht ausgestattet.»

Mehr als 38 Millionen Menschen in Deutschland telefonieren mit ihrem Handy über T-Mobile, die Mobilfunk-Sparte der Deutschen Telekom AG. Im Jahr 2006, als die jetzt aufgetauchten rund 17 Millionen Datensätze illegal kopiert wurden, hatte der Mobilfunk-Betreiber laut Konzern bundesweit 30,4 Millionen Kunden. In diesem Jahr waren es 38,4 Millionen Menschen. Das T-Mobile-Netz deckt 99 Prozent von Deutschland ab. (nz/dpa)