09. Jun 2008 21:16, ergänzt 22:30
Es ist ein Ritual. Immer wenn der Chef des Apple-Konzerns eine seiner Keynote-Reden hält, tut er, als wäre er fertig und würde gehen. Dann hat er doch noch «one more thing». Die Überraschung lag diesmal vor allem im Preis.
Mit verbesserter Software für das iPhone 3G will Apple aber vor allem auch Unternehmenskunden überzeugen. In diesem Marktsegment hat bislang noch der Hersteller RIM mit seinen Blackberrys die Nase vorn. Mit der neuen Software sei die Netzsicherheit deutlich verbessert worden, sagte Jobs. Insgesamt 35 Prozent der 500 größten US- Unternehmen aus der Liste des Magazins «Fortune» hätten sich am Test beteiligt. Auch mehrere Universitäten sowie die US-Armee habe die Software für das Handy getestet. Insgesamt seien am Beta-Test 4000 Nutzer beteiligt gewesen.Mit der Unterstützung von Microsofts Exchange-Servern, automatisch aktualisierten E-Mails (Push-E-Mail), Kontaktverwaltung und einer Kalenderfunktion stößt Apple im Unternehmensbereich direkt in die Domäne des Blackberry-Hersteller RIM vor. Auf Basis der neuen iPhone- Software, die iPhone-Besitzer ab Juli kostenlos aus dem Netz herunterladen können, sollen Unternehmen aber auch selbst entwickelte Anwendungen direkt über ihr Intranet auf ihr iPhone spielen können.
Mit seinem ersten iPhone hatte Apple zum Marktstart im Sommer 2007 einen riesigen Medienrummel ausgelöst und für ganz neue Impulse auf dem Markt der Handys und Smartphones gesorgt. Zugunsten des Designs und der Funktionalität hatte das Unternehmen jedoch auf die Unterstützung von UMTS zunächst verzichtet und begnügte sich für den Datenverkehr mit dem langsameren Mobilfunkstandard EDGE. Noch in diesem Jahr will Apple die Marke von 10 Millionen verkauften iPhones erreichen. Bis Ende Mai habe Apple bereits sechs Millionen iPhones verkauft, sagte Jobs. Analysten schätzen, dass das Unternehmen sogar auf einen Absatz von 12 oder 14 Millionen Stück kommen wird. (dpa)