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Neue Generation: 

Jobs zückt «erstaunlich flottes» iPhone

09. Jun 2008 21:16, ergänzt 22:30
Eins hat er noch...
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Es ist ein Ritual. Immer wenn der Chef des Apple-Konzerns eine seiner Keynote-Reden hält, tut er, als wäre er fertig und würde gehen. Dann hat er doch noch «one more thing». Die Überraschung lag diesmal vor allem im Preis.

Apple-Chef Steve Jobs hat am Montag wie in der Branche bereits erwartet eine neue Generation des Apple-Handys iPhone mit schneller Datenübertragung der dritten Generation (UMTS) und dem Ortungssystem GPS vorgestellt. Das neue «iPhone 3G» sei «erstaunlich flott» und stelle Webseiten doppelt so schnell dar wie seine Vorgänger mit dem langsameren Mobilfunkstandard EDGE, sagte Jobs am Montag in San Francisco auf der Apple-Messe WWDC vor 5200 Software-Entwicklern.

Ab dem 11. Juli soll das iPhone 3G zunächst in 22 Ländern, darunter auch in Deutschland zu einem günstigeren Preis als die Vorgänger verfügbar sein, kündigte Jobs an. «Nur ein Jahr nach der Einführung des iPhone bringen wir das neue iPhone 3G auf den Markt, das doppelte Geschwindigkeit zum halben Preis liefert», sagte Jobs. Zunächst in Deutschland, den Niederlanden und Österreich wird T- Mobile das iPhone 3G vermarkten. Das neue Gerät mit 16 Gigabyte Speicher bringt Apple nun für 299 Dollar auf den Markt, das Acht- Gigabyte-Modell soll es für 199 Dollar geben. Noch in diesem Jahr soll das iPhone 3G in insgesamt 70 Ländern verfügbar sein.

Neue Anwendungen von Dritt-Entwicklern

Inzwischen seien auch hunderte neuer Anwendungen von Dritt-Entwicklern verfügbar. Apple hatte zuvor für Software-Entwickler entsprechendes Werkzeug und die nötigen Schnittstellen der neuen iPhone-Software 2.0 veröffentlicht. In San Francisco stellte Jobs eine Reihe neuer Anwendungen vor, wie etwa einen mobilen Zugang zum Auktionshaus eBay, verschiedene mobile Spiele sowie «Loop», eine Social-Network-Plattform, über die man auf einer Karte erkennen kann, wo sich die eigenen Freunde gerade befinden. Die Anwendungen Dritter sollen über Apples Plattform «App Store» für Nutzer zur Verfügung stehen. Entwickler erhalten dabei 70 Prozent des dort gemachten Umsatzes.

Mit der Werbung um Dritt-Entwickler will Apple das Geschäft mit dem iPhone ähnlich in Schwung bringen wie beim Musikplayer iPod. Während das iPhone derzeit noch für lediglich fünf Prozent des Umsatzes in Apples Kassen verantwortlich ist, macht das Geschäft rund um den iPod fast ein Viertel des Umsatzes von Apple aus.

Unternehmenskunden überzeugen

Mit verbesserter Software für das iPhone 3G will Apple aber vor allem auch Unternehmenskunden überzeugen. In diesem Marktsegment hat bislang noch der Hersteller RIM mit seinen Blackberrys die Nase vorn. Mit der neuen Software sei die Netzsicherheit deutlich verbessert worden, sagte Jobs. Insgesamt 35 Prozent der 500 größten US- Unternehmen aus der Liste des Magazins «Fortune» hätten sich am Test beteiligt. Auch mehrere Universitäten sowie die US-Armee habe die Software für das Handy getestet. Insgesamt seien am Beta-Test 4000 Nutzer beteiligt gewesen.

Mit der Unterstützung von Microsofts Exchange-Servern, automatisch aktualisierten E-Mails (Push-E-Mail), Kontaktverwaltung und einer Kalenderfunktion stößt Apple im Unternehmensbereich direkt in die Domäne des Blackberry-Hersteller RIM vor. Auf Basis der neuen iPhone- Software, die iPhone-Besitzer ab Juli kostenlos aus dem Netz herunterladen können, sollen Unternehmen aber auch selbst entwickelte Anwendungen direkt über ihr Intranet auf ihr iPhone spielen können.

Mit seinem ersten iPhone hatte Apple zum Marktstart im Sommer 2007 einen riesigen Medienrummel ausgelöst und für ganz neue Impulse auf dem Markt der Handys und Smartphones gesorgt. Zugunsten des Designs und der Funktionalität hatte das Unternehmen jedoch auf die Unterstützung von UMTS zunächst verzichtet und begnügte sich für den Datenverkehr mit dem langsameren Mobilfunkstandard EDGE. Noch in diesem Jahr will Apple die Marke von 10 Millionen verkauften iPhones erreichen. Bis Ende Mai habe Apple bereits sechs Millionen iPhones verkauft, sagte Jobs. Analysten schätzen, dass das Unternehmen sogar auf einen Absatz von 12 oder 14 Millionen Stück kommen wird. (dpa)

 
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