30. Apr 2008 09:24
Die Kofferbomber von Köln haben es im Jahr 2006 nicht geschafft, zwei Bomben in Regionalzügen zur Explosion zu bringen. Sie hatten die Bomben nach einer Anleitung im Internet gebaut. Die Anleitung gibt es immer noch.
Dennoch stehe der zwölf Minuten lang Film auf einer deutschsprachigen Seite, die schon in den Ermittlungsakten im Düsseldorfer Prozess gegen den mutmaßlichen Kofferbomber Youssef El H. genannt worden sei. Das berichtete der Sender am Mittwoch. Das Video diente nach Einschätzung der Ermittler als Vorlage für die zwei Sprengsätze, die der Libanese El H. im Juli 2006 mit einem bereits im Libanon verurteilten Mittäter in den Zügen deponiert haben soll. Die Bestandteile sollen sie in Baumärkten erworben haben. Die Bomben waren nur wegen eines technischen Fehlers nicht explodiert.
Die Vertreterin der Bundesanwaltschaft im Kofferbomber-Verfahren, Duscha Gmel, sagte dem SWR: «Auch nach der neuen Gesetzeslage bleibt es faktisch schwierig, die Veröffentlichung von Bombenbauanleitungen im Internet zu verbieten. Denn dieselbe Datei kann unter verschiedenen Namen und auch auf verschiedenen Internetseiten eingestellt werden.» Server, Dateiname und Dateigröße haben sich laut Südwestrundfunk jedoch beim verwendeten Video nicht geändert. (dpa)